Dezember 14th, 2020
Tagtäglich lese ich nur noch
In Zeitungen und auch im Netz
Vom Horror dieser Pandemie,
Die uns und auch den Rest der Welt*
Mit ihren scharfen Krallen packt.
Tagtäglich sehe ich nur noch
In Zeitungen, TV, im Netz
Die Bilder, die so schrecklich sind,
Als kämen sie frei Haus direkt
Aus Hollywood, die Särge, Leichen
Säcke, leer die Straßen, Plätze, Städte.
Endzeit jetzt.
Tagtäglich höre ich nur noch
Im Radio, TV, im Netz
Die Zahlen, und sie scheinen hoch,
Der Infizierten, Toten hier
Und auch im Rest der Welt.
Sie wachsen, wachsen, wachsen.
Doch auf den Straßen seh ich Tag für Tag
Nur Schafe mit gebeugtem Kopf
Und Masken vorm Gesicht.
Wie ferngesteuert gehn sie, schweigen, und
Die Hosen vollgeschissen.
* In den armen Ländern der dritten Welt und in China gibt es keine Pandemie. Die armen Länder können sich die PCR- Tests nicht leisten und in China hat man schon im März aufgehört zu testen. Nur noch bei der Einreise wird den Leuten ein Stäbchen in die Nase geschoben.
Posted in 02 Verse | No Comments »
November 27th, 2020
Lass mich deine Lippen spüren
Auf dem Hals, so schäumt das Blut,
Und das Feuer stärker schüren,
Bis der Damm bricht. In der Flut
Wolln wir treiben mit den Wellen,
Die wie deine Augen grün
Sind, und auf der Gischt, der hellen,
Wie ein Regenbogen blühn.
Lass mich deinen Atem kosten
Eine endlos lange Nacht,
Seine Süße, bis im Osten
Taugetränkt der Tag erwacht.
Lass mich tauchen, lass mich fliegen
In und auf und unter dir,
Dass sich die Minuten biegen
Zu des Lebens Elixier.
* für Gerda
Posted in 02 Verse | No Comments »
November 17th, 2020
Manchmal steigen aus den Träumen
Bilder und verwandeln sich,
Bis sie in Gedanken keimen,
Wachsen, blühn. Sie zeigen dich
Klar und deutlich wie in jenen
Tagen, da wir zwei vereint
Waren, einem wunderschönen
Märchen, wo das Glück still weint.
Deine Lippen waren Lachen,
Deine Augen mildes Licht,
Das die Sterne konnt entfachen,
Eine Rose dein Gesicht.
Ach, was würd ich dafür geben,
Könntest du jetzt bei mir stehn.
Ja, mein so verdammtes Leben
Würde sich ins Helle drehn.
Einen Strauß Narzissen lege
Ich dir auf den kalten Stein.
Geh dann schweigend meiner Wege,
Ziellos, düster und allein.
Posted in 02 Verse | No Comments »
November 11th, 2020
Über mir ziehen die Wolken nach Süden.
Unter mir glitzert der schwarze Asphalt.
Rings um mich kauern Gestalten, die müden
Köpfe geneigt vor dem Wind. Es wird kalt.
Birken mit goldenem Laub an den Ästen
Krönen den Hügel. Der Krähen Geschrei
Läßt mich verweilen. Ich blicke nach Westen:
Träume von Schwalben, ein Lied geht vorbei.
Wiesen und Wälder, das Lachen der Kleinen,
Leute am Bahnhof, ein Zug der nicht hält,
Masken beim Tanzen, das Quietschen der Leinen,
Füße, die schmerzen von Stoppeln am Feld.
Jetzt ist Oktober, und kurz sind die Tage.
Wandernd zum Hügel auf rotbraunem Laub,
Wächst in Gedanken die brennnende Frage
Über die Menschen, warum sind wir taub.
* für Gerda
Posted in 02 Verse | No Comments »
November 4th, 2020
Ein goldner Tiger springt von seinem Wolkenthron
Ins tiefe Blau des Himmels. Einen Skorpion
Hab ich in rot auf meinem Rücken tätowiert.
Die Schafe - frisch geschoren - drängen sich auf Plätzen,
Umkreist von Hunden, die sich selbst zu Tode hetzen,
An einem Tag, der seine Nägel braun lackiert.
Posted in 02 Verse | No Comments »
Oktober 26th, 2020
Die Wolke über mir verwandelt sich in einen Drachen.
Ich blicke tief hinab in einen endlos langen Rachen
Und sehe, ringsum in den Gassen humpeln kurze Leute
Mit dunklen Brillen vor den Augen und verschraubtem Mund.
Ein Auto rast vorbei und irgendwo kreischt wild ein Hund.
Die Uhr bleibt stehn, denn morgen ist wie gestern ist wie heute.
Posted in 02 Verse | No Comments »
Oktober 21st, 2020
Tief unterm Berg lebt
Der Schläfer im Fels von den
Wurzeln der Zeit und
Während ich träume
Überwächst mich der Efeu
Beim Öffnen der Tür
Und meine Lippen
Werden zu Krokodilen
Und schnappen nach mir
Auf meiner Zunge
Blühen manchmal die Rosen
In vielen Farben
Aber schon bald gehn
Die Worte unter im Fluss
Und sinken zum Grund
Wo sie wieder Staub
Werden aus dem Prometheus
Einst formte den Mensch
Posted in 02 Verse | No Comments »
Oktober 14th, 2020
Ein grauer Finger
Taucht durch Fensterglas
Ins dunkle Zimmer
Es dämmert und die Zeiger
Der Uhren bringen auf Trab
Was auf zwei Beinen sich regt
Posted in 02 Verse | No Comments »
Oktober 8th, 2020
Herbst
Die Tage werden
Kürzer die Dämmerung bleicht
Uns die Gedanken
Vergänglichkeit
Überall sammelt
Staub sich in den Gesichtern
Der bleiernen Zeit
Oktobermorgen
Frühmorgens streifen
Krähen mit lautem Geschrei
Weit hinaus aufs Land
Abenddämmerung
Der Himmel scheint leer
Die Konturen verwischen
Im herbstkühlen Laub
Deine Augen
Wie Himmelssterne
Leuchten mir deine Augen
Durchs Dunkel des Seins
Die Brücke
Ein Regenbogen
Am Abend ist die Brücke
Zwischen dir und mir
Herbst
Im goldenen Kleid
Steht der Wald am Himmel
Ziehn Schwalben südwärts
Posted in 02 Verse | No Comments »
September 29th, 2020
Spinnen hinterm Bett
Hüten den Schlaf die Träume
Reisen mit dem Schiff
Ins Südmeer auf den Straßen
Wächst Frost schrumpfen die Tage
Vorm Fenster kreischen Hunde
Posted in 02 Verse | No Comments »