Nußbaum im Herbst (T)
September 3rd, 2017Die Schalen platzen
Die Nüsse fallen der Baum
Entblößt seinen Leib
Im Astwerk landen Krähen
Und streiten um jede Frucht
Die Schalen platzen
Die Nüsse fallen der Baum
Entblößt seinen Leib
Im Astwerk landen Krähen
Und streiten um jede Frucht
Drei Hand breit eines
Augenblicks genügen um
Mich zu erinnern
An dein Gesicht die Augen
Blau und rot der Horizont
Am Himmel wandern Schafe, ganze Herden,
Von Nord nach Süd, am Waldrand, wo wir liegen,
Sehn wir zum Horizont, den Abend werden,
Im Gras, und neben uns die Falter fliegen.
Auf Distelblüten Käfer, die sich paaren;
Ihr Panzer glüht im letzten Sonnenlicht.
Der Wind spielt mit dem Laub in deinen Haaren
Und zaubert dir ein Lächeln ins Gesicht,
Das mich die Welt ringsum vergessen läßt.
Und schon beginnt der Augenblick zu schweben.
Zu zweien feiert sich das schönste Fest,
Wenn jeder Atemzug durchmißt ein Leben.
* für Gerda
Manchmal scheint es mir
Als könnte ich mit Händen
Den Himmel berührn
Der über mir schweigend blaut,
So nah und ferne zugleich.
Strahlende Augen
Und einen lachenden Mund
Will ich dem Antlitz
Des Tages heute geben
Und so den Träumen folgen.
Gelehnt an den Stamm
Der alten Weide, deren
Zweige das Wasser
Berührn, fließen Gedanken
Weiter und weiter zum Meer.
Ein Seil aus Worten
Geknüpft über den Abgrund
Ein flüchtiger Halt
Für die Hände die Füße
Im reißenden Strom der Zeit
Die Räder rollen und die Zeiger rasen
Auf Steinkolonnen höhnen Schmutzfassaden
Die Großstadtlippen speicheln Lärmkaskaden
Der Großstadtafter furzt frech Metastasen
Der Tank vibriert aus Poren tropft Benzin
Der Stirnfasan brennt im Kausalverkehr
Bei Rotlicht blasen Huren voll und leer
Leitschienen spreizen sich so maskulin
Der schöne Mensch grinst bissig von Plakaten
Aufs Pflaster tapeziern Karossen Tauben
Am Trottoir drehn Obdachlose Schrauben
Sackgassen stopfen Bürger aus in Raten
Der Staub liebt Biotope aus Beton
Das Tempo steigt vor Blut und Blechkulissen
Wo Hunde zischelnd auf Prothesen pissen
Auf Ich-Frequenz pauschal im Infozon
Kirschblüten treiben
In milder Luft kränzen dein
Blond fließendes Haar
Tanzen will ich mit dir jetzt
Und hier unter den Bäumen
Zum Lied der Amsel
Will vergessen was gestern
war und morgen kommen wird
* für Gerda
Die Sonne grinst, als würd wer ihre Titten
Mit Senf bestreichen, ja, die Welt ist rund.
Ein Knabe kommt die Straße lang geritten
Mit Blasen voller Wörter um den Mund.
Ein Wind von Süden spreizt jetzt das Gefieder,
Trägt Pollen, dass aus dicken Nasen Rotz
In Bächen fließt. Wir knieen alle nieder
Und jodeln steil. Der Mensch ist ja kein Klotz.
Der Frühling grünt, die Hodensäcke schwellen
Bei Männchen, und die Weibchen duften heftig.
Am Himmel tummelt sich ein Schwarm Forellen.
Ich spucke aus. Ich fühle mich echt kräftig.