Haiku (H)
November 20th, 2017Kahle Bäume stehn
Knirschend im Wind am Abend
Ein Sack voll Nüsse
Kahle Bäume stehn
Knirschend im Wind am Abend
Ein Sack voll Nüsse
Unter mir Asphalt
Vor mir Häuser über mir
Himmel alles grau
Ein kalter Wind von Norden
Färbt meine Gedanken rot
Der Himmel ist grau.
Auf Dächern, Wegen, Wiesen
Liegt eine weiße
Decke. Auf dem Fensterbrett
Sammeln sich Meisen zum Mahl.
Am Fenster stehend:
Im Wind taumelt braunes Laub
Regen netzt öde
Straßen. Kein Lebewesen
Ist in Sicht, wenn der Sturm kommt.
Die schmale Sichel
Des Mondes hängt im Osten
Am Himmel die Nacht
Greift um sich in den Häusern
Werden Türen verriegelt
Ich sitze in der Schenke, trinke Bier, Melancholie
Treibt die Gedanken jetzt ans Fenster zwischen spät und früh
Am Morgen, wenn das Dunkel sich verläuft in Bleisandalen.
Trotz Schwerkraft will ich mich noch einmal in den Sattel schwingen
Und mit den andern Gästen Blätter von den Bäumen singen,
Bevor der Kellner kommt. Wer will schon seine Rechnung zahlen?
Ein grauer Himmel
Die Hausfassaden bellen
Wie blinde Welpen
Auf meinem Weg durch enge
Gassen verhöhnt mich der Tag
Im schwarzen Geäst
Hängt ein schlanker Mond leise
Tropft milchiges Licht
Auf den laubbedeckten Weg
Und der Waldkauz ruft
Im Zimmer allein
Das Pochen der Sekunden
In meine Brust beißt
Frost auf dem Schreibtisch alte
Wörter gefügt zu neuen
Sätzen aus zornigem Mund
Wind kühlt das Dunkel
Im Licht der Laternen tanzt
Das weinrote Laub
Durch die Luft auf dem Gehsteig
Rascheln leise die Schatten