Der Jörg ist weg
Samstag, Oktober 11th, 2008Der Jörg fuhr mit dem Auto weg
Und kommt nie mehr zurück.
Das zwickt manch einen in den Speck,
Manch andrer spricht jedoch von Glück,
Und mir ist es egal.
Der Jörg fuhr mit dem Auto weg
Und kommt nie mehr zurück.
Das zwickt manch einen in den Speck,
Manch andrer spricht jedoch von Glück,
Und mir ist es egal.
Provinzgetue, Ort der Kleinkomplexe,
Vergangenheit als stolzer Lügenpfuhl,
Sich mästen, mästen, bis er propft der Stuhl,
Und konserviert wird jede Alpenechse.
Damit mann nicht das Kraut mit Gras vertauschle,
Die Häme herrscht allein im Neidgesuhl,
Das Denken kriecht in Richtung somnambul,
Verkommen ist das Land, voll Krankgemauschle.
In naher Ferne wird die Welt noch enger,
Ganz ohne Sinn wird dann das stete Blähen,
Wenn allseits drohend nahen die Bedränger,
Mann kann´s am Bildschirm und im Spiegel sehen.
Ihr Ahnensöhne, macht es nicht noch länger
Fangt endlich an, die Hähne aufzudrehen.
Die Leber ist von einem Knecht, und nicht von seinem Weibe.
Die Herren brauchen starke Kost, so nehmt von meinem Leibe,
So sprach der brave Mann, dann wusch er länger als vier Stunden
In rarem Wein das eigne Fleisch, das soll vorzüglich munden.
Die Leber ist von einem Knecht, und nicht von seinem Kinde.
Sie ist ganz frisch, drum eßt sie roh und eßt sie auch geschwinde.
Frau Stiefel strahlt so mild entzückt,
Wie sauber Wand und Boden schielen.
Sie wischt noch etwas an den Stühlen
Und hebt das Haupt, beinah entrückt.
Ihr Franz tut sich den Schweiß abspülen,
Er bohrt im Grind von seinen Schwielen.
Sein Stiefel nickt, von Lust beglückt,
Der Franz indes will Fleisch befühlen,
Will seine fette Leber kühlen,
Da schaut Frau Stiefel leicht bedrückt.
Als Franz beginnt, vorbei zu zielen,
Erkennt sie plötzlich graue Mühlen
Und putzt die Flecken, schon geknickt.
Doch sieht sie nun, wie Schaben spielen
Auf ihren schönen Stiefelstühlen.
Da wird die gute Frau verrückt.
( In Erinnerung an Frau Sinkovics)
PS: Aus d. Vorzeit d.versfabrik.at
Der Menschen Leben ist ein Auf und Ab.
Gar mancher fällt da nicht zu knapp.
Und einer müht sich wieder auf,
Den andern steigt mann auf die Köpfe drauf.
Am Montag war mein Arztbesuch
So etwas von beschissen,
Daß ich gedachte an den Spruch:
Ein Arzt hat kein Gewissen.
Noch schlimmer aber sind die vielen,
Sadisten sind dazu zu zählen,
Doktoren, die gern Richter spielen
Und ihre Patienten quälen.
Ich hab sie alle schon erlebt,
Die Dummen und die Bösen
Im weißen Kittel, der sie hebt
Empor zu Halbgott-Wesen.
Ob männlich, weiblich, ob senil,
Ob in der Praxis, im Spital,
Mit Kranken treiben sie ihr Spiel,
Pervers und trivial.
Nutz den Frühling deines Lebens.
Leb im Sommer nicht vergebens.
Denn gar bald stehst du im Herbste.
Bis der Winter naht, dann sterbste.
p.s.: Dieser alte Bauernspruch, der nicht von der versfabrik.at stammt, saß so lange im Gedächtnis des Betreibers, nämlich schon seit seiner frühesten Kindheit, daß er ihn nun veröffentlicht und ihn so dem unbekannt gebliebenen Verfasser widmet.
An nicht verschmutzte menschenleere Strände
Verwünsch ich mich an graugetrübten Tagen,
Da ringsum alle schnattern, doch nichts sagen,
Und nirgendwo vollzieht sich eine Wende.
Ein feuchter Film bedeckt die zitternd Hände,
Wenn grelle Blitze durch die Nerven jagen,
Rasierte Frauen Haut von Tieren tragen,
Geweihte Mörder zahlen Dividende.
Hoch an der Zeit, den Magen leer zu pumpen,
Sonst ist´s zu spät, zu spät, mensch geht zugrunde,
In dieser ausgeräumten Welt der Lumpen.
Ja, meine Seele blutet, schwarz die Wunde,
Gequälte Katzen klagen durch die Träume.
Und Wüste wächst, wo einstmals blühten Bäume.
Die Augen rollen langsam auf Asphalt
Und höher in die teigigen Gesichter,
Vom Himmel rußt der Rest verbrauchter Lichter,
Die Straßen starrn verlassen, dreckig, kalt.
An dir riechst du, die Haut beginnt zu stinken.
Die Poren sondern seltsam sauren Saft,
Der Mund spuckt Zähne und das Arschloch klafft.
Insektenrüssel, die dich blutleer trinken.
Die müden Beine können nur noch hinken.
Trotz scharfer Peitsche fehlt dir Mut und Kraft.
Trotz Schlüssel bleibt dein Leben nichts als Haft.
An dir schaust du, die Welt ist am Versinken.
An deinem Leib spürst du den Mensch vergehen,
An deinem Schmerz wird keiner mehr gesund.
Im Erdreich brechen deine faulen Zehen.
Auf Steine fällst du tief und ohne Grund,
Noch einmal dürfen deine Augen sehen
Die Existenz, das heißt, du bist ein Hund.