Tierträume (T)
November 5th, 2016In meinen Träumen
Tanzen Füchse mit Rehen
Und Eulen singen
Aus dem Gezweig der alten
Bäume dem Schläfer ein Lied
In meinen Träumen
Tanzen Füchse mit Rehen
Und Eulen singen
Aus dem Gezweig der alten
Bäume dem Schläfer ein Lied
Das Korn ist gemäht.
Die Scheune voll. Gedanken
Färben die Blätter
Der Bäume. Im Wald werden
Füchse von Hunden gejagt.
Gelbe und rote
Kleider tragen die Bäume
Im herbstlichen Wind
Unter graubleichem Himmel,
Aus dem schon bald fällt der Schnee.
Die Dämmerung schließt
Hinter den Träumen das Tor
Durch die Gedanken
Wirbelt rotes Laub höhnisch
Keckert die Elster vom Dach
In großen Schwärmen
Sammeln sich jetzt die Stare
Zum reifenden Wein,
Wenn mit den späten Strahlen
Die Sonne süß macht die Frucht.
Aus grauem Gewölk
Stürzen die Wasser schwemmen
Mensch und Müll hinweg
Ziellos durch öde Gassen
Geh ich und nirgendwo Sinn
Voll goldner Blätter
Fliegen die schlanken Zweige
Der Birke im Wind.
Ach, fern scheint die Zeit mir, als
Ein Lächeln wärmte mein Herz.
Vom Hügel herab
Leuchten die reifen Trauben
Stare und Krähen
Schwärmen durch die milde Luft,
Und die Gedanken träumen.
Als ich durchs Fenster
Hinaus sah vor kurzer Zeit,
Streckten Laternen
Gelbe Zungen ins Dunkel.
Jetzt sind sie kaum sichtbar. Ein
Luftiges Tier, weiß und groß,
Senkt sich auf alles, das ist.
Ein voller Mond fließt
Silbern über die Dächer
Wenn der Sandmann kommt
Des Schläfers Augen bestreut
Und die Träume böse macht