Juli 10th, 2018
Es dämmert, die Gedanken schwitzen Teer
Am Heimweg, und du kannst die Stunden spüren,
Die an dir haften. Warzen keuchen schwer.
So wird dein Sein zum Klopfen gegen Türen,
Die keiner aufmacht, später nicht und nie.
Stattdessen öffnet sich des Zufalls Rachen
Und stumpfe Blicke tropfen vis-a-vis.
Aus deinem Innern aber steigt ein Lachen,
Und wirbelt durch die Seele als Orkan,
Reißt spielend alle Kümmerhütten nieder,
Und auf den freien Flächen blüht spontan,
Vom Morgentau beglänzt der Sommerflieder.
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Juli 3rd, 2018
Das Haus ist voll bis auf den letzten Platz
Der Vorhang steigt und zeigt die Szenerie
Ein wahrer Meister heißt es führt Regie
Das Stück sprießt aus der Sprache Bodensatz
Zuschauerblicke schmorn im Rampenlicht
Das Spiel beginnt mit Tittenreiterei
Die Rollen drehn sich flach wie Modebrei
Den Schreiber krümmt sein Ego wie die Gicht
Ein Spritzbold aus der Loge ruft Skandal
Ein Esel frisst sich satt maskiert als Tiger
Theater macht Matrosen manchmal klüger
Statisten furzen wortlos in den Saal
Der Vorhang fällt entgeistert kreischt die Menge
Der Epilog läuft hinter den Kulissen
Die Kritiker sind huldvoll hingerissen
Das Sitzfleisch kämpft sich aus bestuhlter Enge
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Juni 28th, 2018
Ein Strom von Bildern fließt durch die Gedanken
Und öffnet dem Erinnern Tür um Tür.
Wir saßen an der Bar, schon spät, wir tranken,
Es war im Sommer und ein kühles Bier.
Das Mondlicht läßt im Dunklen deine Blicke
Wie lila Blüten einer Orchidee
Zart schimmern, ja, die Welt ist ohne Tücke
Für kurze Zeit, da wir im Badesee
Von einem Ufer hin zum andern schwimmen,
Dann Küsse und ein wildes Katzenspiel.
Die Nacht ringsum ist voll von fremden Stimmen,
Wenn uns die Welle forträgt bis ins Ziel.
Die Bar ist leer, wir sind die letzten Gäste.
Der Kellner zählt das Geld, ich zähle auch.
Die Tage, Jahre und die vielen Feste
Verwandeln vor den Augen sich in Rauch.
* für Gerda
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Juni 24th, 2018
Die Sonne steigt, das räuberische Tier,
Erhitzt die Luft, quetscht ihr die Fingerkuppen.
Am Gehsteig spielt ein Bettler Fußklavier,
Doch all die anderen sind steif wie Puppen.
Aus schweren Wolkenbäuchen zucken Blitze,
Und Donner rollen über Ziegeldächer.
Im Wind hängt eine ausgefranste Mütze.
Schon spannt die Schwärze ihren breiten Fächer.
Für einen Augenblick ist plötzlich Schweigen.
Dann prasseln dicke Hagelkörner nieder.
Durch Gassen sieht man graue Schwaden steigen.
In wüst zerstörten Kleidern weint der Flieder.
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Juni 17th, 2018
Mädchen, möchtest du die Nacht mit mir verbringen?
Komm, der stille Weg dort führt hinab zum Fluss,
Wo im Schilf versteckt die Frösche lustig singen,
Wo der Wind vertreibt den Zweifel und das Muss.
Zärtlich kleidet uns das Wasser, wo wir schwimmen.
Und im Takt der Wellen tanzt ein voller Mond.
Wenn am Ufer sich die Weiden flüsternd krümmen,
Zeige ich dir, wo der Elfenkönig wohnt.
Wollen dann das Leben tiefer in uns fühlen
Wie die wilden Tiere auf der Erde Schoß,
Während in der Welt der Menschen rote Mühlen
Alles Schöne mahlen, schnell und rücksichtslos.
* für Gerda
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Juni 11th, 2018
Bis zum Horizont
Dehnt sich das Blau des Himmels,
Der Asphalt flimmert,
Schwalben fliegen Kurven in
Die Luft über dem Kornfeld,
In dem der Mohn rot leuchtet.
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Juni 5th, 2018
Heut kriegt es an die 40 Grad.
Wer, bitte, soll das noch ertragen,
Wenn beinah jede Körpernaht
Verdampft wie nichts an solchen Tagen.
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Mai 21st, 2018
Die Latrine ist
Vollgeschissen bis zum Rand
Des Himmels aber
Was kümmert es dich niemand
Verspeist gern seine Windeln
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Mai 16th, 2018
Am Rücken liegend
Über mir flüstert der Wind
Im Gezweig unter
Mir spür ich sanft den Herzschlag
Der Erde während das Lied
Der Amsel die Schläfen streift
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Mai 10th, 2018
Blauregen fließt vorm Fenster wie die Träume
Von goldnen Dächern auf den Wiesengrund.
In frischen Kleidern zeigen sich die Bäume,
Wenn sie im Park spazieren gehn mit Hund.
Magnolien, besucht von Hummeln, Bienen,
Sind weiß und rosa leuchtend aufgeblüht.
Am Himmel steigt die Sonne wie auf Schienen.
Voll Pollen ist der Wind, der weiter zieht.
Wohin ich gehe, fängt die Nase Flieder.
Sein Duft, die Farben sind ein zarter Schrei.
Aus Büschen schalln der Mönchsgrasmücken Lieder.
In jeder Pore spüre ich den Mai.
* für Gerda
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