Armut
Juli 25th, 2008Tag um Tag und Stund um Stunde
Wächst das Elend schnell und schneller.
Weder Gott noch seine Hunde
Machen dieses Dasein heller.
Tag um Tag und Stund um Stunde
Wächst das Elend schnell und schneller.
Weder Gott noch seine Hunde
Machen dieses Dasein heller.
Herr Waldheim tot, das Pferd aus Holz, das lebt
In unseren und Folgender Gedanken.
Denn ist erst das Gedächtnis voll verklebt,
Dann gehn wir über Leichen, ohne daß wir schwanken.
Dann legen wir uns in die Lügenmatte
Und knüpfen abends uns die Fleischkrawatte
Und sagen in den Spiegel: Es ist gut.
Mir ist das Zeitvergeuden so zuwider
Wie wenig sonst, hab ich doch viel zu viel
Vergeudet schon auf Kosten all der Lieder
Des Lebens, das Verlierer ist in solchem Spiel,
Das einmal ist nur und auch viel zu kurz.
Für zwei Tage standen die Gedankenräder der Versfabrik.at still, sodaß der Betreiber die bisherigen Produkte der seit drei Wochen sich im Probelauf befindlichen Versfabrik.at, (es gibt auch eine Versfabrik.de, die Kinderspielzeug -, und eine weitere, Versfabrik.com, die gar nichts produziert, deshalb das .at, um jeder Verwechslung vorzubeugen), einer kritischen Reflexion von außen unterziehen konnte; eine Aufgabe, die eigentlich den Kunden, also den Besuchern der Seite, in Form von Kommentaren zugedacht ist, doch anscheinend hat sich bisher noch kein lesendes Wesen über die Schwelle der Versfabrik.at verirrt und wenn doch, so hat es sich heimlich wieder davongemacht. Nun, bei zig Millionen von Websites, die wie Insekten im Spinnennetz kleben, und einer Vielzahl, die mit jedem neuen Tag dazukommt, kann es schon einige Zeit dauern, bis eine neue Seite von den Leuten, für die sie gedacht ist, entdeckt und in der Folge auch hin und wieder besucht wird. Faktum ist, daß mit dem Sommerende der Probelauf der Versfabrik in den Regelbetrieb übergeht. Dann wird neben der äußeren Beschaffenheit der Texte (Vers oder Prosa) auch die innere Beschaffenheit einem gewissen Schema folgen. Genaueres erfährt der Leser, wenn die Entscheidungen darüber gefallen sind. E.B.,Betreiber
Die Künstlerin ist tief schockiert.
Zerstört ihr Werk von Straßenfegern.
Und die Idee der Kunst hat mann kastriert.
Mag stimmen, doch allein von ihren Pflegern.
Das Gurrn der Tauben auf dem Dach, der Wind
Sagt “Guten Tag” und zieht dann pfeifend weiter,
Ein Hund, der an den Kirschbaum pißt, bellt heiter,
Kohlmeisen fliegen hin und her geschwind,
Im Schnabel Futter für die jungen Meisen
Im Nest. Am Himmel eine Wolkenbank,
Die stetig sich von Ost nach Westen schiebt.
Ob gut, ob schlecht, der Tag, das wird sich weisen,
Bevor der Abend das Gedächtnis trübt,
Bleibt noch ein bißchen Zeit, im Kopf zu reisen.
Ein Inuit hat einen Wal erlegt,
Der hundertdreißig Jahre alt gewesen.
Was mich dabei so stark erregt,
Wenn ich muß solche Zeilen lesen,
Das will ich jedem klar und deutlich sagen:
Tiermörder und Tierschinder allesamt,
Würd ich am liebsten mit dem Beil erschlagen.
All das Gesindel sei auf Ewigkeit verdammt.
Vor Jahren sah ich einen Horrorfilm mit dem Titel “Ambulance”, in dem ein Rettungswagen durch das nächtliche New York fährt und dabei Leute vom gesellschaftlichen Rand, Obdachlose, Trinker, Dirnen, etc., einsammelt, die dann -gegen ihren Willen- für medizinische Experimente mit meist letalem Ausgang mißbraucht werden. Der Film war spannend, aber harmlos im Vergleich zu dem Horror, der auf New Yorks Straßen heutzutage tatsächlich abläuft. Eine völlig legale Facette dieses Horrors erinnert an den zitierten Film, denn in New York, höre ich, fährt heute schon hinter jedem zu einem Unfall gerufenen Rettungswagen ein zweites Auto mit behördlicher Erlaubnis, dessen Aufgabe es ist, die fast oder ganz toten Unfallopfer sofort zu kühlen und für die bevorstehende Organentnahme zu präparieren. Während der Wagen nun zum Spital zurückrast, werden Angehörige telefonisch verständigt und zugleich gedrängt, genauer genötigt, ihre gesetzlich leider notwendige Einwilligung zur Organentnahme zu geben. Die Vorstellung, den Schockzustand von Angehörigen von Unfallopfern auszunutzen, um ihnen so leichter ihr Einverständnis zur Organentnahme herauslocken zu können, ist abstoßend und zynisch zugleich. Im 18. Jahrhundert waren es noch die Leichen frisch bestatteter Menschen, die für die medizinisch-wissenschaftliche Forschung heimlich wieder ausgegraben wurden, heute werden schon die Noch-Lebenden legal ausgeweidet: welch großer zivilisatorischer Fortschritt, in der Tat!
Da liegen sie auf ihren Rauschmatratzen,
Benehmen sich, als seien sie total verrückt
Und schneiden endlos blöde Fratzen
Und fühlen innerlich sich voll beglückt.
Der Mensch hat sich anscheinend überlebt,
Das heißt, dort wo er lebt, wird alles hin,
Und da er sich enorm vermehrt und weiterstrebt,
Kriegt die Zerstörung, die Vernichtung ihren Sinn.