Juli 26th, 2008
Das heurige Sommerwetter, zumindest das bisherige, gleicht in seinem Verhalten einem schwer Alkoholkranken auf Zwangsentzug - übel und orientierungslos.
Für die Profiteure des freien Marktes ist das zwar kein Problem; wenn sie schon für das kaputte Klima verantwortlich sind, so haben sie doch prall gefüllte Brieftaschen und können den Sommer dort genießen, wo er tatsächlich noch stattfindet, und solche Plätze gibt es derzeit noch zur Genüge, nicht aber in Mittel- und Nordeuropa. Und so müssen Kleinbürger und Arbeiter zum Schwimmen mit ihren Badewannen zufrieden sein, um den Schein zu wahren und zu verdrängen, daß ihr Dasein ohnedies ein stetiges Fast-Untergehen ist, eine nicht endendürfende Anstrengung, den Kopf über Wasser zu halten, um nicht unterzutauchen; denn heute retten die Retter v.a. sich selbst und die Ertrinkenden haben ihre Rolle gefälligst bis zum Schluß zu spielen.
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Juli 25th, 2008
Weder Rock`n Roll noch ein Politiker
Retten diese Welt, jedoch der Markt, der freie,
Macht sie schneller noch kaputt, als der
Pfaffe braucht, bevor wer kriegt die letzte Weihe.
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Juli 25th, 2008
Dereinst war es ein großer Jugendtraum,
Das fern geheimnisvolle Indien
Alleine zu bereisen, um den Baum,
Die Früchte der Erkenntnis kosten, denn
Im Osten ging der Menschen Sonne auf,
Das weiß ein jeder, daß bei uns im Westen
Zu Ende geht der Sonne langer Lauf,
Auch für die Reichen, Klugen, für die Besten.
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Juli 25th, 2008
Der Sturm, der gestern abends über diese Stadt
Gefegt ist, wie wenn Wolkenreiter jagen,
Und dabei ganze Dächer abgetragen hat,
Kam wild und hat drei Menschen gleich erschlagen.
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Juli 25th, 2008
Lavendel blüht vor meinem Fenster,
Besucht von Käfern, Hummeln, Bienen.
Solch ein Duft vertreibt Gespenster,
Doch auf den diversen Bühnen
Stampfen Menschen als Maschinen,
Taub durch ihren eignen Lärm.
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Juli 25th, 2008
Tag um Tag und Stund um Stunde
Wächst das Elend schnell und schneller.
Weder Gott noch seine Hunde
Machen dieses Dasein heller.
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Juli 25th, 2008
Herr Waldheim tot, das Pferd aus Holz, das lebt
In unseren und Folgender Gedanken.
Denn ist erst das Gedächtnis voll verklebt,
Dann gehn wir über Leichen, ohne daß wir schwanken.
Dann legen wir uns in die Lügenmatte
Und knüpfen abends uns die Fleischkrawatte
Und sagen in den Spiegel: Es ist gut.
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Juli 25th, 2008
Mir ist das Zeitvergeuden so zuwider
Wie wenig sonst, hab ich doch viel zu viel
Vergeudet schon auf Kosten all der Lieder
Des Lebens, das Verlierer ist in solchem Spiel,
Das einmal ist nur und auch viel zu kurz.
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Juli 25th, 2008
Für zwei Tage standen die Gedankenräder der Versfabrik.at still, sodaß der Betreiber die bisherigen Produkte der seit drei Wochen sich im Probelauf befindlichen Versfabrik.at, (es gibt auch eine Versfabrik.de, die Kinderspielzeug -, und eine weitere, Versfabrik.com, die gar nichts produziert, deshalb das .at, um jeder Verwechslung vorzubeugen), einer kritischen Reflexion von außen unterziehen konnte; eine Aufgabe, die eigentlich den Kunden, also den Besuchern der Seite, in Form von Kommentaren zugedacht ist, doch anscheinend hat sich bisher noch kein lesendes Wesen über die Schwelle der Versfabrik.at verirrt und wenn doch, so hat es sich heimlich wieder davongemacht. Nun, bei zig Millionen von Websites, die wie Insekten im Spinnennetz kleben, und einer Vielzahl, die mit jedem neuen Tag dazukommt, kann es schon einige Zeit dauern, bis eine neue Seite von den Leuten, für die sie gedacht ist, entdeckt und in der Folge auch hin und wieder besucht wird. Faktum ist, daß mit dem Sommerende der Probelauf der Versfabrik in den Regelbetrieb übergeht. Dann wird neben der äußeren Beschaffenheit der Texte (Vers oder Prosa) auch die innere Beschaffenheit einem gewissen Schema folgen. Genaueres erfährt der Leser, wenn die Entscheidungen darüber gefallen sind. E.B.,Betreiber
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Juli 22nd, 2008
Die Künstlerin ist tief schockiert.
Zerstört ihr Werk von Straßenfegern.
Und die Idee der Kunst hat mann kastriert.
Mag stimmen, doch allein von ihren Pflegern.
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