Juli 29th, 2008
In der Zeitung steht geschrieben,
Und am Bildschirm ist zu sehen,
Wie sich Prominente lieben,
Bettler schnell wie Wachs zergehen,
Und in den globalen Netzen
Staut sich der globale Müll,
Während die Verbraucher hetzen,
Wie der freie Markt es will.
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Juli 29th, 2008
Bambusstock in einer Hand
Und die andere als Faust,
Mit dem Rücken an der Wand,
Wie mir vor dem Leben graust,
Wie mir graust vor diesem Land,
Das ist zum Verzweifeln.
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Juli 29th, 2008
Jetzt, zwei Tage bevor der Juli der Vergangenheit angehört, scheint der Sommer endlich aus den Löchern zu kriechen, in denen er in den letzten Wochen zu verweilen beliebte, um seinerstatt einen wankelmütigen Burschen auf den meteorologischen Laufsteg zu schicken, der aufgrund seiner Launenhaftigkeit besser in den April gepaßt hätte. Und Wasser, Wasser kam in solch großen Mengen vom Himmel herab in den letzten Wochen, garniert mit stürmischen Gewittern, daß ein pessimistisch veranlagter Mensch leicht auf den Gedanken hätte kommen können, der oder die Götter da oben wollten uns alle ersäufen; Gründe dafür gäbe es ja haufenweise, aber dies auszusprechen gilt als ungehörig, also wechseln wir das Thema, gehorsam wie wir gelegentlich sind, mit der Hoffnung, die Sonne möge jetzt gehörig unsere verkästen Körper rösten oder grillen, aber nicht halb roh, sondern voll und total, denn schließlich sind wir ja wieder im verbalen Absolutum angekommen, kein postmodernes Relativgewinsel mehr, heute ist wieder alles mega, meta, ultra, überdrüber, u.s.w., und über allem strahlt die Dummheit, die individuelle ebenso wie die kollektive, sie lenkt die Lokomotive, die den Zug der Zeit möglichst schnell zu seiner Endstation bringt, und diese Endstation wird kein netter Ort sein, dies zu sehen, dazu bedarf es keines Propheten, aber wir sind schon wieder bei einem nicht korrekten Thema, und deshalb schließen wir jetzt das Notebook und legen uns zu den anderen Leuten in die Sonne und schwitzen, stinken, schwitzen…
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Juli 27th, 2008
Weiß nicht, ob der Tag ein guter
Ist und wird vielleicht nur Mist.
Aber was er kann, das tut er,
Und er schließt wie jede Frist.
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Juli 27th, 2008
Im tiefen Schlaf liegt noch der Tag
Um fünf Uhr in der Früh.
Des Sommers wilder Herzensschlag
Ist kürzer, leiser, ist noch wie
Ein Stocken, Stottern vor dem Ende.
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Juli 27th, 2008
Am frühen Sonntagmorgen, während des Frühstücks am Balkon, also noch bevor das Wummern der voll aufgedrehten Lautsprecher vorbeifahrender PKWs die Flucht von ebendort erzwingt, blättere ich gelegentlich die diversen Wochenendausgaben hiesiger Tageszeitungen oberflächlich durch, bürgerliche Blätter ebenso wie den Boulevard, wobei die Erkenntnis, wie belanglos, ja, wie beliebig austauschbar die sogenannten Qualitätszeitungen bis hin zu ihren Wochenendbeilagen geworden sind, schon ein alter Hut ist, ebenso wie eine Orthographie, die auf jeder Seite von Fehlern nur so strotzt, und die stetige Nivellierung nach unten,in Richtung Boulevard, dessen drei Hauptrepräsentanten hier (in Wien) einzig noch als Stuhlgangbeschleuniger funktionieren, ob aufgrund des Ärgers, der einen beim Durchblättern dieser Machwerke unweigerlich befällt und dabei die Frage aufwirft: Für wie dumm halten Journalisten und Redakteure eigentlich ihre Leser und wie dumm sind diese Damen und Herren selbst; oder aufgrund anderer Ursachen, bleibt dahingestellt. Gewiß ist allerdings eines: jede noch so kurze Zeitspanne, die für das Lesen von solch Degenerationsbroschüren verwendet wird, ist Zeitvergeudung pur.
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Juli 26th, 2008
Die Nächte dauern länger schon,
Früh morgens ist es kühl.
Wer jetzt noch nicht hat seinen Lohn,
Der kriegt auch nicht mehr viel
Und bald dann gar nichts mehr.
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Juli 26th, 2008
Sage mir, warum du müde,
Bist du etwa heillos krank;
Gab das Leben zu viel Hiebe
Dir vielleicht zum Dank.
Oder laß es bleiben
Und hülle dich in Schweigen,
Wie die Schatten an den Wänden
Tanzen auf bemoosten Händen,
Sage nicht, warum, nicht wie,
Sage nimmer, sage nie,
Besser aber sage nein,
Denn dann laß ich dich allein.
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Juli 26th, 2008
Wind spielt mit den grauen Haaren,
Und ich denke weit zurück,
Als wir alle Kinder waren,
Reich an Wäldern, voll mit Glück.
Wind hat stärker aufgefrischt,
Und ich muß ans Heute denken,
Da die Flüsse leergefischt,
Und die Blicke sich tief senken.
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Juli 26th, 2008
B.Obama, jener farb-u. gesichtslose Beliebigkeitspolitiker mit skrupelloser Hintermannschaft, hat für seinen Wahlkampf auch Europa bereist und in Berlin eine “Grundsatzrede” vor tausenden Anhängern gehalten, was sich ziemlich bescheiden ausnimmt im Vergleich zu der angekündigten Zahl von einer Million Zuhörer, bescheiden auch sein rhetorisches Charisma, verglichen mit der fast schon hypnotischen Strahlkraft, die ein gewisser Herr Hitler ebenda auf seine Zuhörer ausübte und diese dabei in einen wahren Rausch der Verzückung versetzte. Wenn B.O. den Politikertyp der Zukunft repräsentieren soll, dann hat diese schon begonnen und der Schritt zum Polit-Klon, der von Meinungsmachern und Hintermännern beliebig programmierbar ist, wurde bereits vollzogen.
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