Der beste Kick

Februar 10th, 2009

Schau weder vorwärts noch zurück,
Schau in den Spiegel, schau in dich!
Und glaube mir, der beste Kick
Ist scharf doch niemals wesentlich.

PS: aus d. Archiv d. versfabrik.at

Die Woche rennt im Kreis

Februar 10th, 2009

Am Montag sprudeln wir meist voll Elan,
Die Ärmel hoch, wir wollen produzieren.
Am Dienstag auch, der Mensch muß existieren.
Am Mittwoch sind wir nicht mehr ganz so zahm.

Der Donnerstag ist schon mehr Schweiß als Socken,
Am Freitag schleppen wir uns heim ganz lahm,
Der Samstag schmilzt wie in der Sonne Rahm.
Und auch der Sonntag macht das Sein nicht trocken.

Die Uhr diktiert und ihre Zeiger treiben.
Beim Warten kriecht sie langsam monoton.
Doch wollen wir mal ungezwungen bleiben,

Dann läuft uns gnadenlos die Zeit davon.
Kaputte Mägen und ein Nervenleiden,
Sind dann am Ende der verdiente Lohn.

PS: Aus d. Vorzeit d. versfabrik.at

Wie hypnotisiert *

Februar 6th, 2009

Ins Sesselfleisch gekrallt, so sitzen jene,
Die nicht verstehn, daß ihr verwünschtes Handeln
Nicht aufgeht in dem permanenten Wandeln,
Im Sturm der Zeit, daß altgediente Pläne

Kaum ewig dauern, daß schon jetzt verkünden
Die Lämmer ihren Pakt mit den Hyänen,
Im Glauben, diese solcherart zu zähmen,
Voll Hoffnung und wie Klebstoff an den Pfründen.

So blendet sie der Riß durch die Epochen,
Der Moder der Moderne und die Zeichen
Am Horizont - Es sind nicht ihre Knochen,

Die sie am Bildschirm häufig sehn verbleichen.
Und wenn um´s eigne Haus die Flammen streichen,
Verbrennen sie und haben nichts gerochen.

* für Raoul Frisch, aus d. Vorzeit d. versfabrik.at

Stanze (1)

Februar 4th, 2009

Ihr Leute, hängt euch kräftig in die Riemen
Und macht den Karren hurtig wieder flott,
Als Sklaven auf den fast verfaulten Bühnen
Des Marktes rudert, rudert euch zu Schrott.
Zuvor jedoch legt auf die Wolken Schienen,
Denn schneller reisen will des Mammons Gott
Und zur Belohnung dürft ihr euch dann bücken,
Weil Kapital will immer Ärsche ficken.

Gesucht - Gefunden (frei nach Goethe)

Februar 4th, 2009

Ich ging am Gehsteig
Daher, dahin.
Ich suchte nämlich
Sofortgewinn.

Da sah ich vor mir
Ein Fräulein gehn.
An ihren Ohren
Hing Gold, so schön.

Ich will sie pflücken,
Doch sie muß schrein:
Laß mir das Leben,
Das Geld sei dein!

Was heißt schon Leben
In unsrer Welt?
Nicht mehr als Sterben,
Fehlt es an Geld!

Ich nahm die Börse,
Weil sie beim Wort
Und machte schnelle
Mich auf und fort.

Ich bin kein Goethe.
Mir fehlt sein Geist.
Doch meine Flöte,
Die spuckt und beißt.

PS: aus d. Archiv d. versfabrik.at

Sei nicht traurig

Februar 4th, 2009

Sei nicht traurig alter Krieger,
Eine Hure ist das Glück.
Zahle mehr dann bist du Sieger
Für den nächsten Augenblick.

Der Sonntagmorgen

Februar 1st, 2009

Der Sonntagmorgen ist so träg gestimmt.
Die Kälte draußen kann mich nicht berühren.
Geschlossen bleiben heut die Wohnungstüren.
Es ist die Faulheit, die den Tag gewinnt.

Im Stiegenhaus hängt schwerer Fleischgeruch.
Die Nachbarn bruzeln ölig Billigware.
Auf meinem Schädel färben sich die Haare.
Von blauer Zunge rutscht ein stumpfer Fluch.

Die Stunden fließen wie ein zäher Strom
Und seine Wellen machen mich nur müde.
Im ersten Stock brüllt eine Stimme rüde.

Der Hausherr schimpft voll Ärger mit dem Sohn.
Im Hof spieln Tauben gurrend mit der Liebe,
Belauscht vom schwarzen Kater am Balkon.

PS: aus d. Vorzeit d. versfabrik.at

Ich möcht nicht tauschen

Februar 1st, 2009

Wie Sand rinnt aus den Händen mir die Zeit.
Kaum krieg ich sie zu fassen, ist sie fort,
Ich sitz im Käfig der Vergänglichkeit,
Wo auch zur rechten Zeit ist falsch der Ort.
Ihr glaubt, daß, weil ihr anders, besser seid,
So wie ihr nur die Sieger seht im Sport.
Vergeudet ist mein Sein, doch laßt euch sagen:
Ich möcht nicht tauschen und das eure tragen.

Studenten heute

Januar 31st, 2009

Studenten heute, welch erbärmlich Haufen!
Gehorsam, dumm und strebsam obendrein.
Der Nachwuchs ist nur noch zum Haareraufen,
Und der Gedanke schrumpft sich klein.

Wär ich wie ihr

Januar 31st, 2009

Wär ich wie ihr und ihr wie ich,
Ich weiß nicht, was dann wäre.
Doch eines weiß ich sicherlich:
Ein Hirsch ist keine Föhre.