Archive for the ‘02 Verse’ Category

So nett

Samstag, August 23rd, 2008

Gut tut Geruch von faulen Eingeweiden,
Die Furzerei entzückt, macht mächtig froh,
Wenn Ärsche knattern öffentlich am Klo,
Bin ich dabei beim konzertanten Treiben.

Und platzt die Hose, muß ich mich beweiben,
Am besten wortlos rasen, rasch und roh.
Doch pflügen Venushügel Laus und Floh,
Dann steigt die Lust, sich aneinand zu reiben.

Wer denkt da noch an Rotz und Nasenbohren,
An Zungenschleim und fettes Lippenrot,
Wen kümmern Schweißtoupet und Schmalz aus Ohren,

Wenn wir uns wild mit frisch gestuhltem Kot
Die Mäuler stopfen und die Schenkel schmieren,
Und so dann heftig stinkend kopulieren.

Was ist der Mensch

Freitag, August 22nd, 2008

Ein ausgewachsener Egoist; grausam, tückisch und feige,
Ein Neider voll Niedertracht, maßlos machtgeil in seinem
Größenwahn, den das Gefühl der Minderwertigkeit gezeugt;
Hund und Herr in einem und Hure dazu; gottgleich als Richter
Und Henker über seinesgleichen wie andersgleichen; plump,
Blöde, blasphemisch; kurzsichtig und langweilig und nicht
Zuletzt so abgrundtief häßlich von Gestalt und Angesicht,
Verkehrt er dies ins Gegenteil; als talentierter Lügner,
Selbstbetrüger träumt er sich schön vorm Spiegel, so
Krank und krankmachend, als Karzinom für den Planeten
Ist er nicht die Krone der Schöpfung, sondern ihr stinkender
Kot, der nicht nur als Masse mörderisch alles zerstört,
Lautet die Gleichung Mensch=Unmensch für all seine Zeit.

Ich bin nicht einer…

Mittwoch, August 20th, 2008

Ich bin nicht einer von den Knackwurst-Kandidaten,
Die alles besser wissen oder aber nicht.
Tatsächlich bin ich voll und ganz mißraten,
Drum zeige ich mich selten nur bei Licht,
Und wenn, dann dürft ihr meinen Arsch bestaunen,
Als eine Wurzel aus Rundum-Quadraten
Macht er den Stuhlgang zum Sofortgedicht.
Als eine von drei duftigen Sonaten
Schließt er die Runde als Ruckzuckgerücht.

“Schweinerei”

Dienstag, August 19th, 2008

Wer spricht hier noch von Schweinerei,
Von falschen Schlangen, dummer Kuh,
Dem klopfen wir das Hirn zu Brei,
Spricht dann noch wer von Sauerei,
(Und sagt er´s nur zu seinerlei),
Wir füttern ihn mit Flüssigblei,
Macht er nicht schnellstens einen Schuh,
Und sagt noch immer Sauerei
Und falsche Schlange, dumme Kuh.

Land mit Eigenschaften

Dienstag, August 19th, 2008

O Heimat wildgewordner Neidkomplexe;
Hier diffamieren Bierbauchpatrioten
Die Nonkonformen gern als Idioten,
Hier ehrt mann ausgestopfte Alpenfexe.

In Schädelpfützen saugen Riesenzecken.
Und das Gedächtnis, mehr noch das Gewissen,
Kloaken nur, verstopft und braungeschissen.
Als Bürgerdienst darf mensch den Gehsteig lecken.

O Land der Kriecher, Schlucker, Ministranten,
Sensibler Geister, Meister der Amnesen,
Balancegeübt beim Buckeln und mit Besen,

Fiktives Mausoleum der verkannten
Genies. Berühmt auch für das Stiefelkäsen,
Für die Gemütlichkeit im Fleischquadranten.

Klischee

Dienstag, August 19th, 2008

Auf asphaltierten Plätzen, lässig an Säulen gelehnt,
So stehen wir locker in Stiefeln auf Stunden,
Von dunklen Brillen geschützt, voll zugedröhnt,
In schwarzem Leder, beschnüffelt von Hunden,
Wie Kot auf den Straßen nach gestern.

An literarische Vorbeiläufer

Montag, August 18th, 2008

O Lied der Welt, wie rasch bist du verdorben
In Stümperhand. Ihr Helden flacher Zeit
Habt euch so selbst - von was weiß ich - befreit
Und seid nur dilettantisch dumm geworden.

Denn euer Horizont ist eine Nabelschnur,
Und was ihr schafft, das ist verbaler Schotter,
Und das Produkt ist weniger als Dotter
Vom Ei. Und bleiben wird nicht eine Spur.

Wer braucht denn solchen Schrott, die Egotrümmer,
Den Wortkakao und zerebraler Zellen
Verschlackten Strunz, Poetenkot und schlimmer.

Wir wolln zurück die Saiten für den Klang
Und Farben, dunkeltief, die venushellen,
Und Traumtiraden, Rausch und Überschwang.

Freundschaft, Genossen!

Samstag, August 16th, 2008

Am besten geht es dir in Wien
Als Mitglied der Lulu-Partei.
Viel tiefer noch als Heroin
Und höher als ein Koka-Fly
Ist Freundschaft für Genossen.

Ein jeder, der nichts kann noch hat,
Darf Wolkenkratzer planen,
Als Mitglied darfst du diese Stadt
Befahrn auf eignen Bahnen
Und Freundschaft ihr Genossen.

Beim Bürgermeister eingeschleimt,
In welches Loch auch immer,
Bringt Klebstoff, der die Zukunft leimt,
Und geht die Welt in Trümmer.
Ein Freundschaft den Genossen.

Doch eines sei dazu gesagt:
Wer nicht für sie ist, ist dagegen,
Dann wirst du aus der Stadt gejagt,
Ganz gleich auf welchen Wegen.
Kein Freundschaft mehr Genossen.

Ein heißer Wind

Freitag, August 15th, 2008

Ein heißer Wind peitscht zornig auf die Dächer,
Gebeugte Greise hinter Fenstern lehnen,
Mit leerem Blick das längst Vergangne sehnen.
Vom Tische säuert scharf ein Plastikbecher.

Krank ist die Mutter, stündlich wird sie schwächer.
Die eigne Brut saugt gierig an den Venen.
Ein heißer Wind peitscht zornig auf die Dächer,
Gebeugte Greise röchelnd Pillen nehmen.

Des Vaters Zahn liegt schmutzig in dem Becher,
Aus umgehackten Bäumen sickern Tränen
Und Fischblut strömt aus weichen Wasserhähnen.
Ein heißer Wind peitscht zornig auf die Dächer,
Gebeugte Greise vor Verzweiflung gähnen.

Im Blutgebüsch

Donnerstag, August 14th, 2008

Im Blutgebüsch, wo Jäger tiefer zielen
Die Wolkenfront verschluckt ein Aeroplan
Vom Wandkreuz wiehert des Erlösten Scham
Am Boden liegen bleierne Kanülen.