Witze
Samstag, März 14th, 2009Kennt ihr schon die letzten Witze
Von der Wirtschaft, die uns quält?
Mensch, die sind tatsächlich Spitze,
Wenn nur keiner sie erzählt.
Kennt ihr schon die letzten Witze
Von der Wirtschaft, die uns quält?
Mensch, die sind tatsächlich Spitze,
Wenn nur keiner sie erzählt.
Glaubt mir Leute, ich bin keiner
Von euch, denn mir fehlt´s an Geist.
Und bei mir ist alles kleiner,
Was der Mensch am Menschen preist.
Hab nicht Geld und nicht Besitz,
Kunststoff-Titten, Knüppelglied.
Ja, es ist ein schlechter Witz
Wie das Glück so ungleich blüht.
Aber auf der grünen Wiese,
Bei Insekten bin ich Riese.
Hältst du nichts von Unglückstagen,
Denkst, das ist doch auch nur Mist.
Läßt dir nichts von andern sagen,
Weil du selbst der Klügste bist.
Wie gar viele von sich glauben,
Und je dümmer, umso mehr
Drehen sich des Selbstlobs Schrauben,
Rädern gleich im Stoßverkehr.
Alle rollen, manch ein Reifen
Platzt ganz plötzlich, andre stehn
Still und keiner kann begreifen,
Was die Augen müssen sehn:
Die im Blut am Pflaster liegen,
Können nicht mehr spekulieren.
Nun, was soll´s, die heute siegen,
Werden morgen schon verlieren.
Wie Idioten würgen sie Gitarren,
Auf Engelsstaub die haarig-harten Männer,
Daß Eis und Kälte schrumpfen gar im Jänner
Bei solchem Rock, der rollt und den bizarren
Figuren auf der Bühne, grell geschminkt
Wie Zombies, echte Freaks in jeder Lage,
Privat, on stage, zur Nacht und auch am Tage.
Und furzen tun sie gerne, weil es stinkt.
Das Schlagzeug ist das Rückgrat jeder Band
Computer schaffen stampfende Ekstasen,
Bis Fell und Trommeln platzen und ein Rasen
Entsteht im Publikum. Manch Mädchen flennt
Laut vor Verzückung. Andre reißen sich
Vom Leib die Kleider. Haut ist noch zu heiß.
Und Luft wird knapp, wenn ringsum dampft der Schweiß,
Der Nasen kitzelt, süß bis säuerlich.
Und einer ohne Arme zupft den Baß
Mit seinen Beißern, frisch aus Porzellan,
Im Juckreizrhythmus der verlausten Scham.
Da werden noch die letzten Höschen naß.
Und “Rock mich, Baby, roll mich durch die Nacht”,
Kreischt schrill der Sänger in das Mikrophon,
Die Venen vollgepumpt mit bleichem Mohn,
Die Töne falsch, daß jeglich Vöglein lacht.
Und Rüssel haben alle Musikanten,
Die reichen stündlich bis nach Bogota,
Und sind auch nötig für das Bum Bum Ba,
Wie Wasser für die Wüstenelefanten.
Doch Kraftstoff kostet einen Haufen Geld.
Und gratis kriegt das Zeug nicht einmal Gott.
Drum geht die Qualität so rasch bankrott,
Wenn Kapital allein beherrscht die Welt.
Wie Idioten würgen sie Gitarren,
Und blöken blöde was von Rock und Roll,
Und zeigen sich im vollen Wortsinn toll,
Als Hampelmänner, echte Hüpfauf-Narren.
PS: Aus d. Vorzeit d. versfabrik.at
Nun, aus momentaner Warte
Sitzt im Antlitz dieser Welt
Eine höchst brutale Scharte,
Offen, geifernd, nach mehr Geld.
Zeig mir doch den Arsch der Welt,
Oder zeig mir ihr Gesicht.
Und ich sag dir, mir gefällt
Eins wie´s andre nicht.
Was ist häßlich, was ist schön?
Was ist gut und was ist schlecht?
Wenn wir in den Spiegel sehn,
Wird das Falsche plötzlich echt.
Letzte Nachricht aus dem Äther
Lautet: Leute sperrt die Türen
Zu, weil sonst die Amoktäter
Euch wie Fliegen massakrieren.
Letzte Nachricht aus dem Äther
Lautet: Leute sperrt die Türen
Auf, weil mann die Amoktäter
Konnte glücklich massakrieren.
Letzte Nachricht aus dem Äther
Lautet, daß der Wirtschaftskrise,
Wie sie meinen, Schuldlosväter
Planen neue Paradiese.
Letzte Nachricht aus dem Äther
Lautet: Leute, morgen früh
Wird es besser oder später.
Aber was, für wen und wie?
Wo doch jeder Gassenköter
Später schlechter lebt als nie.
Im Namen der Liebe,
Von Mutter und Vater,
Gab´s immer nur Hiebe
Auf Hintern und Rübe,
Im Namen der Liebe.
Welch falsches Theater
Im Namen der Liebe,
Von Vater und Mutter.
PS: Aus d. Vorzeit d. versfabrik.at, 1994
Kennt wer den einen Gang in jenen Nächten,
Da nichts als nackte Wut noch existiert
Und jede Straße tief und tiefer führt,
Bis auf den Grund von ausweglosen Schächten?
Kennt wer den einen Zwang bestimmter Stunden,
Da plötzlich das Empfinden explodiert,
Der Nacken eisig kalte Lippen spürt
Und alle Ordnung ist im Nu verschwunden?
Ich kenn den einen Gang und kenn die Zwänge
Am End der Nacht die feuerheißen Tränen.
Auch der Verzweiflung Grund ist zu erwähnen,
Die immer höher steigt in voller Länge.
PS: Aus d. Vorzeit d. versfabrik.at