Archive for the ‘02 Verse’ Category

Was wäre, wenn…

Samstag, März 28th, 2009

Was wäre, wenn die Leute aus dem Fenster
Mit Kübeln Unrat auf die Straßen werfen,
Weil aus Kanälen steigen hoch Gespenster
Mit Kämmen, zu frisieren uns die Nerven.
Die Menschen sprängen hinterher dem Müll,
Und das Szenario wär äußerst schrill.

Allüberall

Samstag, März 28th, 2009

Viel Schlimmes hörn wir stets aus dem Sudan
Und Caracas ist wieder Mord-Hauptstadt.
Die Losung Mexikos heißt Rübe ab.
Allüberall hat Horror freie Bahn
Und ich, ich habe dieses Treiben satt,
Das Wüten der Gewalt, der nackte Wahn,
Worin die Menschen baden ohne Scham.

Wer Augen hat

Freitag, März 27th, 2009

In Mexiko, da kostet Kokain
Beinah so wenig wie ein schneller Tod.
Ganz anders läuft es da bei uns in Wien:
Hier sind sogar die Leichenträger rot.
Wer aber Augen hat, genau zu schaun,
Der sieht den Bodensatz und der ist braun.

Entwicklung

Freitag, März 27th, 2009

Was ist nun an Europa wirklich so
Fantastisch und an der politischen
Einheitlichmachung bis zum letzten Klo,
Kontrolle, normativen Zwängen, wenn
Des Demos´ Geist ist ausgeweidet, leer
Damit die Zukunft strahlt totalitär?

26.3.09

Donnerstag, März 26th, 2009

Das soll der Frühling sein? Ich glaub ich träume.
Der Himmel, eine graue Fratze nur.
Noch winterkahl sind beinah alle Bäume,
Vom Hauch des Frühlings seh ich keine Spur.
Nur Regen, Kälte und dann wieder Regen.
Solch Wetter spendet, scheint´s, des Teufels Segen.

Gehen und Bleiben

Mittwoch, März 25th, 2009

Der Sturm reißt von den Bäumen starke Äste,
Wie schlimme Kinder von den Puppen Beine.
Doch weil der Wind vom Leib uns zieht die Weste,
Bekommen die nicht folgen eine Leine
Um ihren Hals gehängt, wie junge Hunde,
Denn der Gehorsam macht zum Mann das Kind,
Behaupten viele, doch zu keiner Stunde
Läßt sich von Menschen zähmen je der Wind,
Der zugleich weilt und trotzdem weiter weht,
Indes der Mensch nur kommt und wieder geht.

Ätzende Tage

Dienstag, März 24th, 2009

Ach, nicht schon wieder einer dieser Tage,
Da mich des Daseins Tücke macht fast toll,
Von früh bis spät. Und hilflos scheint die Frage,
Ob mensch sich ärgern oder lachen soll.

Statt Zucker Salz, statt Milch Orangensaft
In den Kaffee. Sekunden prasseln nieder
Wie Regentropfen, rauben mir die Kraft,
Um aufzuschnüren das kausale Mieder.

Solch Tage sind wie Karten zum Verlieren
Beim Spiel, das wir gemeinhin Leben nennen.
Indes sich mehrt in Galle und in Nieren
Geröll, auf dem wir stolpernd weiter rennen,

In engen Kreisen, um den Hals die Leine
Gebunden an den Pfahl, doch frei die Beine.

Hörst du den Wind

Montag, März 23rd, 2009

Hörst du den Wind durch Mauerritzen stöhnen,
Als steige aus den Gräbern ein Gesang.
Hörst du die Bettler kreischen mit den Zähnen,
Gebeugt vom Elend, ihrem eklen Zwang.

Siehst du der Wolken drohende Figuren,
Als wollten sie das Licht der Welt verschlingen.
Und trotzdem bleiben nachher keine Spuren,
So wie der Mensch sie läßt von allen Dingen.

Und fällt der Regen wie ein letzter Schrei
In die Gedanken, muß das Blut gerinnen:
Der Zufall geht am Leben nicht vorbei,
An dem wir kleben wie im Netz der Spinnen.

Tageszeitung

Montag, März 23rd, 2009

Ich brauche wahrlich selten ein Klistier.
Doch jedes Selten heißt gelegentlich.
Dann greif ich eine Tageszeitung mir
Und lese, bis der Stuhl geht wie ein Strich.

Ketten

Montag, März 23rd, 2009

Schenkt mir ein Feuerzeug zum Namenstag
Und eine Packung starke Zigaretten.
Ich rauche jede mit Genuß und sag
Mich gerne los von all den andern Ketten.