Ihr Opportunisten

Dezember 26th, 2008

Ihr wart doch immer nur Opportunisten,
Ein gottverdammtes feiges Pack.
Jetzt liegt ihr still in langen Eisenkisten,
Die frisch gestrichen sind mit schwarzem Lack.
Pfui gack!

Ich muß *

Dezember 25th, 2008

Da gehe ich die Straße lang spazieren,
Und plötzlich muß ich dringend Wasser lassen.
Ringsum Passanten, noch dazu in Massen,
Die so schon grundlos auf mich stieren.

Warum muß immer mir so was passieren?
Ja, manchmal ist das Dasein da zum Hassen!
Da gehe ich die Straße lang spazieren,
Und plötzlich muß ich dringend Wasser lassen.

Zu spät, vor dem, was kommt, sich zu genieren.
Jetzt gilt´s den Schwengel mit zwei Händen fassen,
Und ausgeleert die vollen Kalebassen.
Jetzt gilt´s den Überdruck zu ventilieren,
Da gehe ich die Straße lang spazieren,
Und plötzlich muß ich dringend Wasser lassen.

* für Gerda

Den Lesern zur Weihnacht

Dezember 24th, 2008

Ein schönes Weihnachtsfest wünsch ich euch allen
Ob Mann, ob Frau, ob Zwitter, Kind, ob Tier.
Verzichtet ihr dabei auf blödes Knallen,
Dann habt ihr einen Stein im Brett bei mir,
Dann schick ich euch auch weiches Klopapier.

Die Stille Nacht ist heut und still heißt leise.
An dieser Stille wolln wir uns erfreuen,
An einem Tag im Jahr. Es sprach der Weise:
Die Hölle ist, wenn wir statt reden schreien.

Ich will euch etwas Schönes schenken,
Doch wenn es euch dann nicht gefällt,
Dann braucht ihr nur den Blick zu lenken
Zum Spiegel hin auf unsre Welt.
Da könnt ihr mancherlei erblicken,
Auch hören, wie die Uhren ticken.

Zur Weihnacht wünscht..,

Dezember 23rd, 2008

Allen Lesern dieser Seite
Wünschen wir ein Weihnachtsfest,
Voller Glück und ohne Pleite,
Und auch keinen Alkotest,
Wünschen wir, daß ihre Träume
Sich total erfüllen mögen,
Feuerfreie Tannenbäume,
Dafür kriegt ihr unsern Segen,
Den der versfabrik.at.
Hoffentlich ist das O.K.
Und wenn nicht, ist´s auch egal.

Keiner von euch *

Dezember 15th, 2008

Ich bin nicht einer von euch, war es nie,
Ich tauge nicht zu solch Hanswurstiaden,
Die ihr da spielt als Wirt und zugleich Maden,
Als rasches Vorspiel für die Deponie.

Seid stolz auf eure Schleimdemokratie!
Ihr könnt nicht schwimmen, deshalb geht ihr baden.
Ich bin nicht einer von euch, war es nie.
Ich tauge nicht zu solch Hanswurstiaden.

Ein jeder Weg führt euch zur Lotterie,
Doch blindes Glück gebiert sofort den Schaden.
Mir reicht zur Rast der Schatten von Balladen,
Und mein Zuhause ist die Poesie.
Ich bin nicht einer von euch, war es nie.
Ich tauge nicht zu solch Hanswurstiaden.

* für Gerda

Der falsche Freund *

Dezember 15th, 2008

Warum du wie ein Dieb davongeschlichen bist,
Das hätt` ich damals wirklich gern erfahren.
Statt deiner wurde ich an meinen Haaren
Herumgeschleift; verhört als Terrorist.

Seitdem verstrichen mehr als eine Frist.
Doch nichts. Und ich begriff mit all den Jahren
Warum du wie ein Dieb davongeschlichen bist,
Das hätt` ich damals wirklich gern erfahren.

Jetzt schreibst du, wie es dir ergangen ist.
Und daß wir einmal gute Freunde waren.
Zu spät. Du kannst dir dein Gewinsel sparen,
Das wirkt auf mich wie eine Fuhre Mist.
Warum du wie ein Dieb davongeschlichen bist,
Das hätt` ich damals wirklich gern erfahren.

* für Gerda

Ob gut ob schlecht *

Dezember 15th, 2008

So laß mich bitte doch nicht länger raten,
Wie es nun wirklich mit uns beiden steht.
Denn wild an mir frißt die Nervosität,
Und manchmal fliehe ich zu Opiaten.

Vom Himmel ferngelenkt wie Automaten,
Verfolgt mich überall Banalität.
So laß mich bitte doch nicht länger raten,
Wie es nun wirklich mit uns beiden steht.

Durch Straßen lauf ich während von Plakaten
Ein jeder Kopf verstohlen nach mir späht,
Ein kalter Wind durch die Gedanken weht.
Ich weiß, die Zeit wächst nicht in Reservaten.
So laß mich bitte doch nicht länger raten,
Wie es nun wirklich mit uns beiden steht.

* für Gerda

Ein Fraß der Zeit *

Dezember 15th, 2008

Ja, manchmal, wenn die Zeiger meiner Uhr
Sich rasend drehen wie ein Karussell
Um eine morsche Achse als Gestell,
Dann frißt sich tief ins Herz der Stunden Spur.

Der Tag hat einen Schatten als Frisur.
Laternen blinzeln aus dem schwarzen Fell.
Ja, manchmal, wenn die Zeiger meiner Uhr
Sich rasend drehen wie ein Karussell.

Der Morgen rudert sich in Positur.
Auf Krücken kommt die Menschenmasse schnell,
Mit Schaum vorm Mund und hündischem Gebell.
Der Horizont reißt ab wie eine Schnur,
Ja, manchmal, wenn die Zeiger meiner Uhr
Sich rasend drehen wie ein Karussell.

* für Gerda

Die weiße Straße *

Dezember 15th, 2008

Ja, wenn wer sagt, du bist nicht mehr zu retten,
Dann laß solch Worte ruhig weiterziehn.
Vor dir liegt eine Straße Kokain,
Die viele Leute gierig gerne hätten.

Da kannst du deinen letzten Furz drauf wetten,
Da fährst du schneller ab als auf Benzin.
Ja, wenn wer sagt , du bist nicht mehr zu retten,
Dann laß solch Worte ruhig weiterziehn.

Das Dasein ist ein Tier in Eisenketten,
Und Zeit brennt schneller als ein Zeppelin,
Wenn von den Dächern plärrt der Muezzin,
Und überall verstopft sind die Toiletten.
Ja, wenn wer sagt, du bist nicht mehr zu retten,
Dann laß solch Worte ruhig weiterziehn.

* für Gerda

Der Matrose *

Dezember 15th, 2008

Auch ich bin einer von den Schwermatrosen,
Der, ohne Schiff, herumhängt im Bordell.
Manch einer heißt mich windiger Gesell,
Doch ohne Beistrich in den Unterhosen.

Aufs Grab der Eltern leg ich wilde Rosen
Und in der Tasche trag ich ein Skalpell.
Auch ich bin einer von den Schwermatrosen,
Der, ohne Schiff, herumhängt im Bordell.

Bin Strandgut, wie die meisten Heimatlosen,
Ein Fahrrad ohne Sattel und Gestell.
Allein im Fernweh fließt mein Lebensquell,
Befreit von all den eitlen Menschenposen.
Auch ich bin einer von den Schwermatrosen,
Der, ohne Schiff, herumhängt im Bordell.

* für Gerda