Archive for the ‘02 Verse’ Category

Israel

Dienstag, November 10th, 2009

Auch wenn es derzeit nicht sehr groß in Mode ist,
So sage ich euch allen, sag es laut und klar:
Du Davids Stern, der du auch unsre Schande bist,
Sollst leuchten durch der Zeiten Dunkel immerdar
Auf Israel, an dem das Heil der Welt sich mißt.

Eingeseift

Sonntag, November 8th, 2009

Ihr braucht mir wirklich nicht zu sagen, wie das Spielchen läuft.
Ich sehe es. Ich spüre es. Es reißt mir eine Wunde.
Doch ihr, und habt ihr euch auch täglich mehrmals eingeseift,
Seid noch viel dreckiger als ich beim Gehen vor die Hunde.
(Und eure Wörter stinken jetzt schon saftig aus dem Munde.)

Sie kehren wieder

Sonntag, November 8th, 2009

Wenn aus den Gräbern plötzlich die verwesten Leichen steigen,
Und deutsche Bürger endlich wieder ihre Pflichten kennen,
Indem sie vor den Zombies tief die Köpfe neigen,
Und überall im Land die Bücher kreischend brennen,
Dann werdet ihr´s am eignen Leib noch spüren.

Leben heißt…

Samstag, November 7th, 2009

Deine Sorgen, Mensch, die will dir keiner nehmen
Und dein Glück ist stets nur allzu kurz verliehn.
Leben heißt doch nur, daß andere dich zähmen,
Heißt, im Kreis herumzurennen, nicht zu fliehn.

Riesen und Zwerge

Mittwoch, November 4th, 2009

Die Zwerge glaubten sich - zu Unrecht oder nicht - verspottet.
Da haben sie mit List die letzten Riesen ausgerottet.
Jetzt sind sie unter sich und fühlen selbst sich riesengroß
Und bleiben, was sie sind, ein Haufen Kleinhirn-Zwerge bloß.

Wenn…(Apokalypse)

Sonntag, November 1st, 2009

Genossen hilflos mit den Fäusten winken,
Handwerker Löcher in die Träume schlagen,
Hausmeister heimlich Hirnprothesen tragen,
Wenn Wörter madig aus den Mündern stinken,

Schulmädchen an zu großen Brüsten hängen,
Und Rentner raschelnd aus dem Fenster springen,
Postboten Säcke zum Ersticken bringen,
Talgwürmer sich aus engen Poren zwängen,

Die Nutzer Oden aufs Gefängnis dichten,
Auch kurze Wege in die Anstalt führen,
Wenn Bomben ohne Zünder detonieren,
Und Lügen Nachwuchs nach Belieben züchten,

Notärzte sich bei Nacht und Tag verspäten,
Uhrzeiger stotternd Pirouetten drehen,
Und Blinde neue Horizonte sehen,
Erschallen laut die himmlischen Trompeten.

Im Bordell

Sonntag, Oktober 25th, 2009

Wollt ihr wirklich wissen, wie es im Bordell
Aussieht, was dort alles läuft und so, von mir
Werdet ihr es hier wohl kaum erfahren, gell.
Bin ja nicht der Öffner eurer Hosentür.
Also zapft euch einen andren Info-Quell.

Das Lächeln der Zeit *

Montag, Oktober 19th, 2009

Wir saßen im Gasthaus und wir tranken
Den süßen Wein der Vergänglichkeit.
So wuchsen Flügel aus den Gedanken
Und trugen sie über Raum und Zeit.

Ach, es lag uns nichts an all den Dingen,
Wonach die Menschen streben mit Kraft.
Wir ließen am Teich die Steine springen,
Und küßten hinweg die Körperhaft.

In der Jukebox rosten alte Lieder.
Während wir trinken, färbt sich die Nacht,
Bilder erblühen und schwinden wieder,
Bis auch der Morgen langsam erwacht.

Neger

Mittwoch, Oktober 14th, 2009

Irgendwer klopft wie verrückt an meine Tür.
Ich öffne wütend. Vor mir steht ein Pfleger,
Behelmt, in Gummistiefel, deutet mir,
Mit ihm zu kommen, denn ich sei ein Neger.
Und Neger gibt es hier bei uns nicht mehr.

Dein brennendes Herz *

Freitag, Oktober 9th, 2009

In der Dämmerung
Hör ich manchmal das Rufen
Der blauen Pferde,

Indes die Reiter,
Mit Träumen aufgesattelt,
In Fesseln liegen.

Haarige Hände
Haben die Kathedralen
Und Füße aus Kalk.

Ich aber werde
Wolf sein, streifend durchs Dickicht
Meiner Gedanken,

Oder Quelle vielleicht,
Stürzend aus mürrischem Fels
Über die Flammen,

Dein brennendes Herz,
Bevor nichts bleibt als Asche
Und Rauch, der verweht.

* für Gerda