Vogelsterben (T)
Donnerstag, Januar 6th, 2011Vom Himmel fallen
Die Vögel wie Steine tot
Zur Erde herab.
Keiner fragt und keiner will
Wirklich wissen, warum, wenn
Die Wahrheit häßlich ist.
Vom Himmel fallen
Die Vögel wie Steine tot
Zur Erde herab.
Keiner fragt und keiner will
Wirklich wissen, warum, wenn
Die Wahrheit häßlich ist.
An manchen Tagen
Fühle ich mich morgens schon
Wie hingespuckt an
Eine Mauer, halb klebend
Und halb fließend ohne Grund.
Draußen herrscht der Frost.
Ein schwarzer Mond frißt seinen
Leib ins Sonnenlicht
Und dämpft den Morgentrieb, der
Uns ein Tempo auferlegt,
Bei dem Gedanken rauchen.
Das Jahr ist erst drei
Tage alt daneben grau
Und kalt wie der Tod.
Das Eis in den Gesichtern
Wird zugeschminkt, der Mund raucht.
Und schau ich zurück
Auf den Treibsand der Jahre,
In dem ich hilflos
Immer tiefer versank, dann
Frage ich mich vorm Spiegel,
Ob ich nicht tot bin schon längst.
Auf kurzen Beinen
Gehen die Tage schneller
Ins Dunkel der Nacht,
Das mich auch morgens umhüllt.
Ein Wesen ohne Gesicht,
Doch voll mit dem Hohn der Zeit.
Neun Tage sind es
Noch, dann tragen wir das Jahr
Zu Grabe, lassen
Raketen steigen, trinken,
Als gäbe es kein Morgen
Erwachen mit Fäulnis im
Mund und Angst vor dem Spiegel.
Schau ich zum Fenster
Hinaus auf die verschneiten
Wege und Straßen,
Denke ich an Menschen, die
Jetzt kein Ofen wärmt, allein
Die Kälte hütet ihr Herz.
Der Atem verdampft,
Das Thermometer zeigt neun
Grad unter Null. Die
Erde ist hart wie Granit.
Menschen und Tiere frieren
An solch einem Tag.
Schau auf zum Himmel:
Von einem Stern zum nächsten
Wandern die Träume
Durch grenzenloses All und
Dunkel. Komm, reich mir die Hand.