Märztag (T)
März 6th, 2026Frühlingswind bläst Gift
In die Gesichter Menschen
Machen Menschen krank
Uhren laufen Amok laut
Blöken Schafe Satan lacht
Frühlingswind bläst Gift
In die Gesichter Menschen
Machen Menschen krank
Uhren laufen Amok laut
Blöken Schafe Satan lacht
Weiß gestreift das Blau
Des Himmels voll Gift Menschen
Jeder fremdgelenkt
In seiner Blase Leben
Ein Wischen mit dem Daumen
Eng Arsch an Arsch knarrn Ablaufkandidaten
Humankompost gärt in der Warteschleife
Der Virenzirkus tanzt zur Panik-Pfeife
Hier mault und fault die Krone der Primaten
Hier tummeln sich die Hülsen der Symptome
Bronchitis tuschelt röchelnd mit Arthrosen
Hämorrhoiden pflanzen Gürtelrosen
Im Zystenalltag lecken Schmerzkondome
Von Arzt zu Arzt verfettet der Befund
Krampfadern blubbern in gebeizter Rinde
Vieldärmig pfeift es im Palast der Winde
Rezepte machen räudig wie ein Hund
Und Jahr um Jahr verkommt im Allgemeinen
Hohlköpfe füllt primär Prothesenneid
Schweißfüße gehen manchem viel zu weit
Wär´s nicht so eklig wär´s vielleicht zum Weinen
(2006)
In diesen häßlich
Giftig grauen Tagen lebt
Das Böse atmet
Künstlich kriechen Menschen auf
Dem Rücken Menschen tragend
Flöten und Kränze
Mensch macht heut ein Fest
Kelche und Pfeifen
Der glasige Rest
Würfel und Löcher
Alles vibriert
Schinken und Säfte
Fett explodiert
Whiskey und Weiber
Was explodiert
Cola und Paste
Alles vibriert
Flöten und Kränze
Mensch macht heut ein Fest
Fäuste und Kotzen
Der blutige Rest
Schinken und Schenkel
Stöckel und Steiß
Kelche und Pfeifen
Ist das ein Scheiß
Wände und Leuchter
Alles vibriert
Schleim auf den Lippen
Lust explodiert
Leiber verschmelzen
Bruten entstehn
Muskel versagen
Stunden verwehn
Stimmen verstummen
Fleisch fällt zur Ruh
Draußen frühmorgens
Kackt fladig die Kuh.
Der Bauch des Himmels ist voll grauer Flecken
Am frühen Morgen. Der Minuten Schlamm
Verklebt die Augen. Gebt mir einen Kamm,
Denn statt der Haare wachsen mir nur Schnecken
Am Kopf. Die Menschen auf den Straßen, alle,
Sind nackt vom Nabel abwärts. Kein Igitt.
Ich laß die Hosen runter und mach mit.
Im Keller wartet schon die Gartenkralle.
Wohin ich blicke, sammeln sich die Leute.
Dazwischen jaulen aufgeregte Hunde.
Jetzt gilt´s. Jetzt schließen wir die Wunde.
Schnell wird die Masse eine wilde Meute.
Die Zähne reißen Löcher in den Bauch,
Den grau gefleckten. Ringsum krümmt sich Rauch.
Sie haben mir die Eier abgeschnitten,
Mit stumpfer Schere, die Verbrecher die,
Zur Nachtzeit. Sonnenbrillen trugen sie
Und kamen auf Kamelen angeritten.
Da half kein Jammern und es half kein Bitten,
Sie spreizten mir mit einem Stock die Knie´
Und haben mir die Eier abgeschnitten!
Mit stumpfer Schere, die Verbrecher die.
Als Zwerg saß ich im Traum auf einem Schlitten
Und sauste talwärts, schnell, und irgendwie
War plötzlich alles anders. Aber nie
Werd ich vergessen, was ich dann gelitten:
Sie haben mir die Eier abgeschnitten,
Mit stumpfer Schere, die Verbrecher die.
*für Gerda
Unter giftigem
Gewölk zwischen
Gebetsmühlen auf
Haarigem Asphalt
Laufen die Stunden
Hinter mir Amok
Schrill schnaubend wie Dampf
Lokomotiven
Im freien Fall und
Vor mir die Männer
Im Graben behelmt
Und maskiert sind sie
Zu allem bereit
Dazwischen ein Wort
Gehaucht auf das Glas
Des Spiegels verschmiert
Von heißen Lippen
* Nf.
Um 18 Uhr beginnt der Tag
Für mich mit einer Pfeife
Und Zucker braunem manchmal
Ist er weiß auf Wolke sieben
Läuft ein Film Termiten
Wohin ich schaue Antennen
Im Kopf ein Skorpion
An der Tankstelle stehen Leute
Schlange bevor sie mit Benzin
Abgefüllt werden Ringe
Formt der Zigarettenrauch
In der Luft ein seltsames
Gefühl umfängt mich während
Der Stiefelknecht das Maul schließt
Siehst du die Zeichen
Hingeschmiert an die
Wände aus Beton
Ein Gespenst sagt man
Geht um und nimmt Maß
Von den Bildschirmen
Greift es den Kopf in
Händen haltend nach
Dir auf der Straße
Folgt es den Spuren
Wie neuschwänzige
Katzen schwanzlose
Hunde bös trillernd
Ein fauliges Lied
Die Brotaufstreicher
Haben die Fenster
Mit Talg tapeziert
Staub wohnt in nackten
Matratzen Staub den
Wir atmen morgens
Und mittags und nachts
Stauben wir selbst sind
Mumien Männer
Frauen und Kinder
Den Mund voll Pürre
Für Kotau und Kunst