Beim Warten auf den Bus (T)
Januar 21st, 2026In diesen häßlich
Giftig grauen Tagen lebt
Das Böse atmet
Künstlich kriechen Menschen auf
Dem Rücken Menschen tragend
In diesen häßlich
Giftig grauen Tagen lebt
Das Böse atmet
Künstlich kriechen Menschen auf
Dem Rücken Menschen tragend
Flöten und Kränze
Mensch macht heut ein Fest
Kelche und Pfeifen
Der glasige Rest
Würfel und Löcher
Alles vibriert
Schinken und Säfte
Fett explodiert
Whiskey und Weiber
Was explodiert
Cola und Paste
Alles vibriert
Flöten und Kränze
Mensch macht heut ein Fest
Fäuste und Kotzen
Der blutige Rest
Schinken und Schenkel
Stöckel und Steiß
Kelche und Pfeifen
Ist das ein Scheiß
Wände und Leuchter
Alles vibriert
Schleim auf den Lippen
Lust explodiert
Leiber verschmelzen
Bruten entstehn
Muskel versagen
Stunden verwehn
Stimmen verstummen
Fleisch fällt zur Ruh
Draußen frühmorgens
Kackt fladig die Kuh.
Der Bauch des Himmels ist voll grauer Flecken
Am frühen Morgen. Der Minuten Schlamm
Verklebt die Augen. Gebt mir einen Kamm,
Denn statt der Haare wachsen mir nur Schnecken
Am Kopf. Die Menschen auf den Straßen, alle,
Sind nackt vom Nabel abwärts. Kein Igitt.
Ich laß die Hosen runter und mach mit.
Im Keller wartet schon die Gartenkralle.
Wohin ich blicke, sammeln sich die Leute.
Dazwischen jaulen aufgeregte Hunde.
Jetzt gilt´s. Jetzt schließen wir die Wunde.
Schnell wird die Masse eine wilde Meute.
Die Zähne reißen Löcher in den Bauch,
Den grau gefleckten. Ringsum krümmt sich Rauch.
Sie haben mir die Eier abgeschnitten,
Mit stumpfer Schere, die Verbrecher die,
Zur Nachtzeit. Sonnenbrillen trugen sie
Und kamen auf Kamelen angeritten.
Da half kein Jammern und es half kein Bitten,
Sie spreizten mir mit einem Stock die Knie´
Und haben mir die Eier abgeschnitten!
Mit stumpfer Schere, die Verbrecher die.
Als Zwerg saß ich im Traum auf einem Schlitten
Und sauste talwärts, schnell, und irgendwie
War plötzlich alles anders. Aber nie
Werd ich vergessen, was ich dann gelitten:
Sie haben mir die Eier abgeschnitten,
Mit stumpfer Schere, die Verbrecher die.
*für Gerda
Unter giftigem
Gewölk zwischen
Gebetsmühlen auf
Haarigem Asphalt
Laufen die Stunden
Hinter mir Amok
Schrill schnaubend wie Dampf
Lokomotiven
Im freien Fall und
Vor mir die Männer
Im Graben behelmt
Und maskiert sind sie
Zu allem bereit
Dazwischen ein Wort
Gehaucht auf das Glas
Des Spiegels verschmiert
Von heißen Lippen
* Nf.
Um 18 Uhr beginnt der Tag
Für mich mit einer Pfeife
Und Zucker braunem manchmal
Ist er weiß auf Wolke sieben
Läuft ein Film Termiten
Wohin ich schaue Antennen
Im Kopf ein Skorpion
An der Tankstelle stehen Leute
Schlange bevor sie mit Benzin
Abgefüllt werden Ringe
Formt der Zigarettenrauch
In der Luft ein seltsames
Gefühl umfängt mich während
Der Stiefelknecht das Maul schließt
Siehst du die Zeichen
Hingeschmiert an die
Wände aus Beton
Ein Gespenst sagt man
Geht um und nimmt Maß
Von den Bildschirmen
Greift es den Kopf in
Händen haltend nach
Dir auf der Straße
Folgt es den Spuren
Wie neuschwänzige
Katzen schwanzlose
Hunde bös trillernd
Ein fauliges Lied
Die Brotaufstreicher
Haben die Fenster
Mit Talg tapeziert
Staub wohnt in nackten
Matratzen Staub den
Wir atmen morgens
Und mittags und nachts
Stauben wir selbst sind
Mumien Männer
Frauen und Kinder
Den Mund voll Pürre
Für Kotau und Kunst
Ich weiß, ich bin in einer Endlosschleife
Der Zeit gefangen, keiner holt mich raus.
Ein Trugbild gaukelt Werden, Wachsen, Reife,
Sogar ein gottverdammtes Totenhaus.
Nur immer wieder immer Gleiches machen,
Als wär ich ein Computer, ein Programm,
Das auch die Träume pflanzt, samt Weinen, Lachen.
Doch wahr ist, wir sind urzeitlicher Schlamm.
Wie Fliegen hilflos am Honigschlauch,
So kleben wir fest im www.
Die Wirklichkeit ist ein gelber Rauch,
Die Wahrheit ein Witz wie kalter Kaffee.
Wir sehen es nicht, wir glauben es nicht,
Daß wir uns verändern ziemlich schnell.
Und jeden, der solche Worte spricht,
Den heißen wir einen üblen Gesell´.
Wir haben uns tief in Schlingen verstrickt.
Sie ziehn sich zusammen mehr und mehr.
Und wem die Flucht aus der Knechtschaft glückt,
Der trägt an der alten Freiheit schwer.
Er taumelt, strauchelt, ach, es stürzt der Mond
Herab in einen früh versteinten Garten.
Wie finden Wanderer auf Sternenkarten
Nun jenen Ort, wo er so lang gewohnt?
Ganz still erlischt am Irisgrund die Glut.
Um seine Stirne dunkeln schwere Falten.
Das Auge kann die Tränen nicht mehr halten.
Aus offnem Munde strömt mit Wucht das Blut.
Ein irrer Menschenmob eilt rasch zur Stelle.
Mit Äxten hacken sie den Freund in Stücke
Die Kinder geben dem Zerschellten Tritte.
Noch einmal streift sein Blick den öden Hain.
Vor ihm im Nebel liegt die letzte Schwelle.
Und trostlos muß er enden und allein.
PS: aus d.Vorzeit d. versfabrik.at