Januar 8th, 2009
Ich bin allein, und gegen mich sind alle,
Das hat manch einen schon ins Grab gebracht,
Denn wer da ängstlich zweifelt und nicht lacht,
Der zappelt hilflos in der andern Falle.
Und netzen meine Schläfen Schneekristalle,
Hab ich die Sache hundertfach durchdacht.
Ich bin allein, und gegen mich sind alle,
Das hat manch einen schon ins Grab gebracht.
Für euren Gürtel spiel ich nicht die Schnalle,
Bin Deserteur in der Entscheidungsschlacht
Und Fackel durch der Dummheit dunklen Schacht,
Das rechte Wort inmitten von Gelalle.
Ich bin allein, und gegen mich sind alle,
Das hat manch einen schon ins Grab gebracht.
* für Gerda
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Januar 7th, 2009
Ich kann den falschen Sermon nicht mehr hören:
Tu dies! Tu das! Tu´s schneller! Tu es früh
Bis spät! Tu´s länger gleich Maschinen, die
Der Mensch geschaffen hat, sich zu zerstören.
Sei folgsam, dumm, sei fruchtbar, dich zu mehren,
Sonst bricht das Fundament der Hierarchie.
Ich kann den falschen Sermon nicht mehr hören:
Tu dies! Tu das! Tu´s schneller! Tu es früh!
Mann sagt, daß Existieren heißt Bewähren.
Du spielst dein Leben, andre führn Regie.
Und kippen dich auf eine Deponie,
Als Fehler im System von Hasardeuren.
Ich kann den falschen Sermon nicht mehr hören:
Tu dies! Tu das! Tu´s schneller! Kikriki!
* für Gerda
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Januar 7th, 2009
Die Stufen führen in die Dunkelheit
Hinunter in den häßlich schwarzen Schlund,
Dort, wo sich alles Böse sammelt und
Mit roten Augen auf mich starrt, bereit.
Es ist die Furcht, die lautlos in mir schreit,
Sodaß die Welt scheint ohne Sinn und Grund.
Die Stufen führen in die Dunkelheit
Hinunter in den häßlich schwarzen Schlund.
Ich mache Licht, schon naht Entsetzen breit.
Da hängt der Nachbar mit gespreiztem Mund,
Am Strick, verlassen wie ein Vagabund,
Die Zunge bläulich, steif, als wär´s ein Scheit.
Die Stufen führen in die Dunkelheit
Hinunter in den häßlich schwarzen Schlund.
* für Gerda
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Januar 7th, 2009
Schon wieder rückt das Pack mir auf die Pelle,
Obwohl bei mir doch nichts zu holen ist.
Nicht heute, morgen, und zu keiner Frist.
Sie glauben wohl, ich bin die Bachforelle,
Die sie mit Haken reißen aus der Quelle,
Daß Blut das klare Wasser trübend küßt.
Schon wieder rückt das Pack mir auf die Pelle,
Obwohl bei mir doch nichts zu holen ist.
Wenn Geiz und Gier sich paaren auf die Schnelle,
Erzeugt das lang nicht eine gute List,
Mich auszusacken. Spart euch diesen Mist
Und schreckt die anderen mit Schuld-Gebelle.
Schon wieder rückt das Pack mir auf die Pelle,
Obwohl bei mir doch nichts zu holen ist.
* für Gerda
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Januar 7th, 2009
Sie kommen, wann sie wollen, jederzeit:
Gespenster, Geister, teuflische Dämonen.
Sie kommen nicht, um irgendwen zu schonen.
Sie baun der Angst ein Fundament, so breit
Und tief, vom Grund zum Rand der Endlichkeit,
Drauf Menschen grenzen ihre Nationen.
Sie kommen, wann sie wollen, jederzeit:
Gespenster, Geister, teuflische Dämonen.
Wer häßlich ist, der sucht die Dunkelheit,
Die Schönen lassen sich ihr Schönsein lohnen,
Indes, wo immer auch wir Menschen wohnen,
Der Horror ist nur ein, zwei Schritte weit.
Sie kommen, wann sie wollen, jederzeit:
Gespenster, Geister, teuflische Dämonen.
* für Gerda
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Januar 7th, 2009
Es ist das Tier, das sprengen will die Ketten.
Gefangen haust es Tag und Nacht in mir;
Ich weiß es schon seitdem ich existier.
Ich fühle es in allerlei Facetten.
Ich bin ein Mensch, doch keiner von den netten.
Ich schreib es immer wieder auf Papier.
Es ist das Tier, das sprengen will die Ketten.
Gefangen haust es Tag und Nacht in mir.
Gern würd ich es aus seinem Kerker retten,
Mich öffnen wie den Deckel vom Klavier,
Aufschneiden wie ein eitriges Geschwür,
Sodaß es fliehen könnt zu freien Stätten.
Es ist das Tier, das sprengen will die Ketten.
Gefangen haust es Tag und Nacht in mir.
* für Gerda
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Januar 7th, 2009
Ob Schiff, ob Zug, im Sturm auf Dromedaren
Durch Wüsten, Meere, wie es uns gefällt,
Wir reisen und wir reisen um die Welt,
Nach Wladiwostok, zu den Balearen.
Im Winde ziehen wir mit Vogelscharen,
Tief unter uns liegt manch ein Gräberfeld.
Ob Schiff, ob Zug, im Sturm auf Dromedaren
Durch Wüsten, Meere, wie es uns gefällt.
Die einen prassen und die andern sparen,
Damit die nächsten prassen mit dem Geld.
Wir aber blicken hoch zum Himmelszelt
Und wollen morgen wieder weiterfahren.
Ob Schiff, ob Zug, im Sturm auf Dromedaren
Durch Wüsten, Meere, wie es uns gefällt.
* Für Gerda
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Januar 7th, 2009
Wenn du Erfolge hast, dann hast du Zecken.
Beim Scheitern allerdings bleibst du allein.
Die Existenz, ob fürstlich, ob gemein,
Am Schluß steht immer ein Verrecken.
Hast Freunde du, besorg dir einen Stecken.
Die Feinde lasse ruhig Feinde sein.
Wenn du Erfolge hast, dann hast du Zecken.
Beim Scheitern allerdings bleibst du allein.
Vor deiner Angst kannst du dich nicht verstecken.
Wirf in den Spiegel einen schweren Stein,
Und fühlst du dich hernach vielleicht zu klein,
Dann kannst du nach Belieben Ärsche lecken.
Wenn du Erfolge hast, dann hast du Zecken.
Beim Scheitern allerdings bleibst du allein.
* für Gerda
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Januar 7th, 2009
Auch ich kann manchmal wie ein Vogel fliegen,
Im Traum hoch oben in den Lüften schweben,
Herabschaun auf der Menschenzwerge Leben,
Das weder kann noch will sich selbst genügen.
So schwerelos wie in den Wellen wiegen,
Fühl ich mich frei wie Wind und Wolken eben.
Auch ich kann manchmal wie ein Vogel fliegen,
Im Traum hoch oben in den Lüften schweben.
Was treibt die Menschen an zu blinden Siegen,
Da alle fest in engen Netzen kleben,
Bis sie zerreißen durch ein starkes Beben,
Sodaß die Stunden sich vor Schmerzen biegen.
Auch ich kann manchmal wie ein Vogel fliegen,
Im Traum hoch oben in den Lüften schweben.
* für Gerda
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Januar 7th, 2009
Vergraben mit der Schaufel habe ich
Im Erdreich, tief, im Wald ein Teil von mir.
Die Grube füllte sich mit Wasser für
Ein grünes Spiegelbild. So schauerlich
Die Welt und flach wie ein Gedankenstrich,
Da Schimmelpilz bewohnt das Schloß der Tür.
Vergraben mit der Schaufel habe ich
Im Erdreich, tief, im Wald ein Teil von mir.
Habt ihr gesucht und habt gefunden mich
Zu Hause nicht, im Wald vielleicht ein Tier?
Ich gehe über Brücken aus Papier,
Indes die Stunden züngeln widerlich.
Vergraben mit der Schaufel habe ich
Im Erdreich, tief, im Wald ein Teil von mir.
* für Gerda
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