Archive for the ‘02 Verse’ Category

Ichneumonidae

Freitag, Juli 18th, 2008

Ein schwarzer Körper, quer zwei gelbe Streifen,

Unendlich grausam und doch wunderschön.

Allein der Mensch glaubt etwas zu begreifen

Und wird doch nie nur irgendwas verstehn.

Der Floh

Freitag, Juli 18th, 2008

Gestern, ich fuhr mit der Straßenbahn,

In den Gedanken fern und irgendwo,

Da packte mich ganz fest der Wahn

Und machte aus mir einen Floh.

Den postmodernen Possenreitern

Freitag, Juli 18th, 2008

Den postmodernen Possentreibern

Ein Grab, von mir und einen Kranz,

Ein Stein, was soll`s, auf ihren Leibern.

Danach jedoch Musik und Tanz.

Gestern

Freitag, Juli 18th, 2008

Wieder so ein Tag voll Sülze,

Da die Pläne alle platzen,

Wo statt Bärten sprießen Pilze

In der Leute blöden Fratzen.

Wieder so ein Tag voll Tücke,

Wo ein jeder stellt die Uhr

Ganz genau auf Arschgeficke,

Und der Zorn zieht seine Spur

Mitten durch die Schädelrinde,

Wenn am Gehsteig rollen Blinde,

Und schon naht die Müllabfuhr.

Schluß mit Kriechen

Freitag, Juli 18th, 2008

Schluß gemacht mit immer Ducken,

Schluß mit all der Kriecherei.

Lieber in die Fresse spucken,

Wem, das ist doch einerlei.

Herr Meier

Donnerstag, Juli 17th, 2008

Wenn der Wecker morgens endlos schrillt,

Mensch, das geht mir mächtig auf die Eier;

Beinah wie der Chef, der immer brüllt,

Sagte mir im Wirtshaus der Herr Meier,

Während er das Glas gefüllt mit Bier

An die Lippen hob und fertig trank:

Mensch, das alles steht mir schon bis hier,

Zeigte er und furzte voll Gestank.

Hast du etwa Langeweile

Mittwoch, Juli 16th, 2008

Hast du etwa Langeweile,

Ist es um dich schlecht bestellt.

Denn die Zeit ist eine Keule,

Und die schlägt dich aus dem Feld.

Schneller als du denkst.

Zukunft

Mittwoch, Juli 16th, 2008

Wer da auf die Zukunft baut,

Baut auf Luft, die schon verbraucht.

Wenn der neue Morgen graut,

Ist die Hoffnung schnell verraucht,

Und was bleibt, das stinkt.

Gebt den Bettlern

Mittwoch, Juli 16th, 2008

Gebt den Bettlern Brot und Kleider,

Aber gebt nur niemals Geld.

Denn dass Geld gebiert nur Neider.

Und am Neid mißt sich die Welt.

Die Langeweile

Mittwoch, Juli 16th, 2008

Gebt ihr Socken, gebt ihr Schuhe,

Gebt ihr meinetwillen Brot;

Denn dann gibt sie - gibt sie ?- Ruhe.

Gibt sie nicht, dann schlagt sie tot.