Neige
Samstag, Juli 19th, 2008Drüben läßt die Birke ihre langen Zweige
Hängen wie ein müder, alter Mann.
Doch was and´res geht zur Neige,
Weil es nicht mehr gehen kann.
Drüben läßt die Birke ihre langen Zweige
Hängen wie ein müder, alter Mann.
Doch was and´res geht zur Neige,
Weil es nicht mehr gehen kann.
Hat der Regen dich verblasen,
Hat die Sonne dich verbrannt,
Drehen sie dir lange Nasen,
Weil du arm und unbekannt
Bist du wirklich eine Pfeife,
Oder nur ein tumber Tor,
Der in einer Endlos-Schleife
Hängen bleibt im Stümper-Chor ?
Tage gehen, Tage kommen,
Wie die Jahreszeiten auch.
Doch ist das Glück dir fort geschwommen,
Wird dein Dasein kalter Rauch.
(Und da hilft kein Gartenschlauch.)
Habe mich noch nicht entschieden,
Ob und wann und wie und wo;
Das Warum bringt keinen Frieden,
Stinkt es doch nicht nur am Klo.
Wir resultieren aus dem Schädlichen
Und schädlich ist, was wir so produzieren;
Das beißt sich in den eignen Schwanz, wie wenn
Der Bruder gibt dem Bruder seine Nieren.
Ins Arschloch, schnell, da könnt ihr euch verstecken.
Im Arsch seid ihr schon lange, nicht nur heute;
Und stinkt dort als der eignen Blödheit Beute.
Im Arschloch, ja, da könnt ihr immer lecken.
Fest saugen auch als braungebrannte Zecken.
Wir haben es ganz einfach nicht begriffen
Und werden es auch nie begreifen.
Da hilft kein Saufen und kein Kiffen,
Wir faulen schon, bevor wir jemals reifen.
In der Zeitung steht geschrieben,
Und am Bildschirm ist zu sehen,
Wie sich Prominente lieben,
Bettler schnell wie Wachs zergehen.
Und in den globalen Netzen
Staut sich der globale Müll,
Während die Verbraucher hetzen,
Wie der freie Markt es will.
Weiß nicht, ob der Tag ein guter
Ist und war, vielleicht nur Mist.
Aber was er kann, das tut er,
Und er schließt wie jede Frist.
Ein schwarzer Körper, quer zwei gelbe Streifen,
Unendlich grausam und doch wunderschön.
Allein der Mensch glaubt etwas zu begreifen
Und wird doch nie nur irgendwas verstehn.