Archive for the ‘02 Verse’ Category

Aufgehängt

Sonntag, Juli 20th, 2008

Der Himmel eine träge Suppe,

Der Kopf geschwolln wie ein Ballon,

Der Körper steif wie eine Puppe,

Wenn er da schaukelt vom Plafond.

Müde

Sonntag, Juli 20th, 2008

Bin weder progressiv noch prüde,

Bin auch nicht hepo oder liberal,

Bin einfach nur noch schrecklich müde,

Und alles andre ist mir scheißegal.

Rote Fahnen

Sonntag, Juli 20th, 2008

Die roten Fahnen sind versteckt,

Die Volkstribüne menschenleer,

Nicht eine Faust zum Gruß sich reckt,

Die Zeit ist knapp im Stoßverkehr.

Die Arbeit

Sonntag, Juli 20th, 2008

Die Arbeit, die Arbeit, die Arbeit ist kein Spiel.

Die Arbeit, die Arbeit, die Arbeit hat ein Ziel:

Sie gibt dem, der zuviel hat, immer mehr und mehr

Und räumt dem, der die Arbeit hat, die Taschen leer.

Kurz und schnell

Sonntag, Juli 20th, 2008

Der Mensch ist schlecht,

Das Leben kurz

Und ungerecht,

Ein schneller Furz.

Unsinn

Sonntag, Juli 20th, 2008

Das Leben kommt uns viel zu teuer,

Doch sind zum Sterben wir zu feige.

Die Zukunft leuchtet ungeheuer,

Wir taumeln vorwärts bis zur Neige.

Und können wir uns auch nichts leisten,

So kümmert es uns einen Dreck,

Wenn wir die Hände balln zu Fäusten

Und wissen weder Sinn noch Zweck,

Dann sagst du : Und was soll das Ganze.

Schau doch nicht ständig auf die Uhr.

Geh auf die Wiesen, tanze, tanze.

Du lebst zu schnell und einmal nur.

Der Tod

Samstag, Juli 19th, 2008

Auch heute hat der Tod das letzte Wort.

Ja, er, der Freude raubt und Trauer schenkt,

Der ungebeten kommt an jeden Ort,

Und immer dann, wenn keiner an ihn denkt.

Der Träumer

Samstag, Juli 19th, 2008

Ein kleiner Teufel sagt mir, geh hinüber

Ins andre Zimmer, lege dich aufs Bett.

Auch morgen kannst du schwitzen, doch viel lieber

Ist dir das Träumen, Wirklichkeit ist selten nett.

20 Uhr

Samstag, Juli 19th, 2008

Und die Schatten werden länger,

Doch die Sonne strahlt noch hell,

Bis der große Farbverdränger

Zieht sein bleiernes Gestell

Über Häuser, Straßen, Bäume.

Alles wandelt sich zu Brei,

Ohne Augen, ohne Träume,

Und so geht der Tag vorbei.

Wer geht schneller

Samstag, Juli 19th, 2008

Wird die Trägheit mir zu schwer,

Falln mir ständig zu die Lider,

Sitz ich rum, die Birne leer.

Kein Gewissen, ohne Brüder,

Kein Gehorsam, ohne Brüllen,

Keine Zeit, sie zu vergeuden;

Und die Nacht gehört den Grillen.

Wer geht schneller von uns beiden ?