Archive for the ‘02 Verse’ Category

Fünf Uhr morgens

Sonntag, Juli 27th, 2008

Im tiefen Schlaf liegt noch der Tag
Um fünf Uhr in der Früh.
Des Sommers wilder Herzensschlag
Ist kürzer, leiser, ist noch wie
Ein Stocken, Stottern vor dem Ende.

Die Nächte dauern…

Samstag, Juli 26th, 2008

Die Nächte dauern länger schon,
Früh morgens ist es kühl.
Wer jetzt noch nicht hat seinen Lohn,
Der kriegt auch nicht mehr viel
Und bald dann gar nichts mehr.

Sage mir

Samstag, Juli 26th, 2008

Sage mir, warum du müde,
Bist du etwa heillos krank;
Gab das Leben zu viel Hiebe
Dir vielleicht zum Dank.
Oder laß es bleiben
Und hülle dich in Schweigen,
Wie die Schatten an den Wänden
Tanzen auf bemoosten Händen,
Sage nicht, warum, nicht wie,
Sage nimmer, sage nie,
Besser aber sage nein,
Denn dann laß ich dich allein.

Gedanken im Wind

Samstag, Juli 26th, 2008

Wind spielt mit den grauen Haaren,
Und ich denke weit zurück,
Als wir alle Kinder waren,
Reich an Wäldern, voll mit Glück.
Wind hat stärker aufgefrischt,
Und ich muß ans Heute denken,
Da die Flüsse leergefischt,
Und die Blicke sich tief senken.

Weltverbesserer

Freitag, Juli 25th, 2008

Weder Rock`n Roll noch ein Politiker
Retten diese Welt, jedoch der Markt, der freie,
Macht sie schneller noch kaputt, als der
Pfaffe braucht, bevor wer kriegt die letzte Weihe.

Jugendtraum

Freitag, Juli 25th, 2008

Dereinst war es ein großer Jugendtraum,
Das fern geheimnisvolle Indien
Alleine zu bereisen, um den Baum,
Die Früchte der Erkenntnis kosten, denn
Im Osten ging der Menschen Sonne auf,
Das weiß ein jeder, daß bei uns im Westen
Zu Ende geht der Sonne langer Lauf,
Auch für die Reichen, Klugen, für die Besten.

Der Sturm

Freitag, Juli 25th, 2008

Der Sturm, der gestern abends über diese Stadt
Gefegt ist, wie wenn Wolkenreiter jagen,
Und dabei ganze Dächer abgetragen hat,
Kam wild und hat drei Menschen gleich erschlagen.

Lavendel

Freitag, Juli 25th, 2008

Lavendel blüht vor meinem Fenster,
Besucht von Käfern, Hummeln, Bienen.
Solch ein Duft vertreibt Gespenster,
Doch auf den diversen Bühnen
Stampfen Menschen als Maschinen,
Taub durch ihren eignen Lärm.

Armut

Freitag, Juli 25th, 2008

Tag um Tag und Stund um Stunde
Wächst das Elend schnell und schneller.
Weder Gott noch seine Hunde
Machen dieses Dasein heller.

Erinnerung an Waldheim

Freitag, Juli 25th, 2008

Herr Waldheim tot, das Pferd aus Holz, das lebt
In unseren und Folgender Gedanken.
Denn ist erst das Gedächtnis voll verklebt,
Dann gehn wir über Leichen, ohne daß wir schwanken.
Dann legen wir uns in die Lügenmatte
Und knüpfen abends uns die Fleischkrawatte
Und sagen in den Spiegel: Es ist gut.