Rückblick
Sonntag, August 3rd, 2008Als Kind, da hast du alle Zeit
Der Welt, doch später gehen Jahr um Jahr
Viel schneller, als es früher war;
Und manches tut uns dann auch leid
Und ist nicht mehr zu ändern.
Als Kind, da hast du alle Zeit
Der Welt, doch später gehen Jahr um Jahr
Viel schneller, als es früher war;
Und manches tut uns dann auch leid
Und ist nicht mehr zu ändern.
Hampelmänner da und dort,
Hampelmänner sind am Wort.
Will es wirklich keiner sehen,
Daß die Schreiber Wichte sind,
Daß die Künstler beinlos gehen,
Sänger taub und Maler blind,
Und die Blender auf der Bühne
Und am Steuer nur Betrüger,
Stürzt vom Gipfel die Lawine,
Bleiben Tote nur als Sieger.
Die Zeit ist reif, die Kunst ist faul,
Der Markt regiert, der Mensch sein Knecht
Und auch sein eigner Ackergaul.
Das findet unser Mensch gerecht
und manchmal sogar schön.
Die Zeiger drehn den Morgenhimmel grau;
Verschlafen schmeißen Leute ein paar Bissen
Den Schlund hinab. Die Schläfen ticken, müssen
Den Tag beginnen, Blechgewölk und Stau.
Die Zeiger drehn sich schneller, Stunden rinnen
Wie Rotz von Blutern, braun verfärbter Schweiß.
Verraucht ein Mensch, dann war er glühend heiß.
Es sind die Zeiger, die den Tag gewinnen.
Im Stoßverkehr, da heißt es Finger schärfen.
Am Lenkrad krallt im Manne sich die Wut.
Falls Therapeuten sich vor Räder werfen,
Dann wird gemäht, der Meister mitsamt Brut.
Die Zeiger drehn den Abendhimmel grau.
Heim will ein jeder, rasch in seine Stube.
Doch mancher steckt noch immer fest im Stau,
Und mancher fährt direkt in eine Grube.
Ein Rüpelslave, neureich rhythmisiert,
Vom Schuppenhals tropft eine Fettkrawatte,
Den Bauch gefüllt mit Champus, Fischlaich, hatte
Wohl unter Zwang die Rückwand braun lackiert.
Das Ehefleisch, nicht faul, sie treibt Karate,
Hat ihm deshalb die Warzen eingeseift,
Das Geld im Haus, auch Groschen, eingestreift.
Jetzt geigt ihr stündlich ein Potenzmulatte.
Den ödet schon das Hin-und Hergeschiebe,
Ihr welker Schenkelduft, der ekle Saft.
Und in der Nacht versetzt er ihr drei Hiebe,
So stark, daß sie im Tod noch reizvoll klafft.
Ein Knorpelfischer knüpft den frühen Morgen,
Da hängt ein freches Weibsbein an der Schnur.
Welch Fest und keine hormonellen Sorgen,
Schnaubt er. Am Grund, da tickt die Knochenuhr..
Am Sinn des Lebens ist so manche Stirn zerschellt.
Das Gute scheidet nach wie vor die Geister.
Das Böse ist zu oft der wahre Meister,
Wenn es aus Menschenhirnen eilig quillt.
An der Gerechtigkeit verzweifeln noch die Leichen,
Und Frömmeln ist beizeiten hochmodern.
Doch winkt den Eiferern kein heller Stern,
Wenn sie ein glattes Ziel erreichen.
Den Lohn für lebenslanges Pflichterfüllen
Erfährt der Mensch meist im Spital
Und endet dort erbärmlich trivial.
Es fehlte nicht am Willen.
Am Sinn des Lebens hängt ein Fragezeichen
Für jene, die nichts haben und doch sind
Ein Spielball in den Händen von zu Reichen,
Und eins vor allem, hundert Jahre blind.
Wer Tauben füttert,
Füttert Ratten,
Sagt der Affe
Zur Banane,
Die ins Maul
Er sich schiebt
Mit Genuß.
Und die Schale
Fällt zu Boden,
Wo sie liegt
Und verfault.
Die Häuser stehen aneinand gedrängt,
Die Dächer flach, der Himmel weit,
Die Fenster blind und voll verhängt,
Die Tore zu, als ob wer scheut
Vor dieser Welt, vor dieser Zeit.
Ich rinne, rinne, rinne;
Der Körper schwimmt in Schweiß.
Was ich dabei gewinne,
Ist weder kalt noch heiß.
Ich renne, renne, renne,
Mein Herz ist vorm Zerspringen,
Wobei ich das schon kenne,
Die Flucht vor Tag und Dingen.
Ich liege, liege, liege
Am Boden und ganz flach,
Indes Gedanken fliegen
Hinfort von diesem Krach.
Ich hasse, hasse, hasse
Die Menschen allesamt,
Ganz gleich aus welcher Klasse,
Verdammt sind sie, verdammt.
40 Jahre Postmoderne,
40 Jahr´ Beliebigkeit,
Und ich würde doch so gerne
Spucken wie ein Lama weit.
Doch die Herren vom Feuilleton
Und die Herrn Verleger
Bräuchten eine Injektion
Oder Hosenträger.