Archive for the ‘02 Verse’ Category

Gedichte sind…(Haiku)

Dienstag, September 29th, 2009

Wie späte Rosen,
Die purpurn aufblühn im Licht
Meiner Gedanken.

Der Kuß *

Freitag, September 25th, 2009

Wenn deine Lippen
Sich vor Verlangen so heiß
An meine schmiegen,

Und deine Hände
Sanft und entschieden
Meinen Nacken umschließen,

Werd ich verzaubert,
Bin ich gefangen vom Duft,
Dem traumsüßen Duft

Blühender Rosen,
Der den Atem trägt, und schwingt
Dein Fühlen zu mir,

Wie Himmelsboten,
In das laut pochende Herz,
Tief und tiefer, dann

Schließ ich die Augen.
In die Gedanken fällt Schnee
Und stillt allen Durst.

* für Gerda

Schweigend sehn wir die Blätter fallen *

Donnerstag, September 24th, 2009

Die Tage werden
Kürzer. In der Dämmerung
Hausen Gespenster.

Aus dem Gewölk bricht
Manchmal die Sonne hervor
Und läßt Wälder glühn.

Ein kühler Wind pfeift
Seine Lieder durch Ritzen
Trüber Gedanken.

Die Sommergäste
Sind gen Süden gezogen.
Wir bleiben zurück.

Wir bleiben. Schweigend
Sehn wir die Blätter fallen,
Fallen bis zum Grund.

Nachts sind die Fenster
Wieder fest verschlossen. Angst
Maskiert das Gesicht.

Melancholie

Samstag, September 12th, 2009

An manchen Tagen möcht ich mich verstecken.
Da wird mir einfach diese Welt zuviel.
Da fehlt der Wille mir fürs Menschenspiel:
Nur Ärsche treten oder Ärsche lecken,

Nur Wirt sein oder für den Wirt die Zecken,
Nur immer schneller rennen nach dem Ziel.
An manchen Tagen möcht ich mich verstecken.
Da wird mir einfach diese Welt zuviel.

Die Zeit schlägt Narben mir und blaue Flecken.
Sie treibt mich in ein inneres Exil.
Ein Boot, das ohne Masten, ohne Kiel
Im Schatten liegt von dichten Uferhecken.
An manchen Tagen möcht ich mich verstecken.
Da wird mir einfach diese Welt zuviel.

2.Fassung von “Sich verstecken”

Die Botschaft

Dienstag, September 8th, 2009

Wie fette Termiten hasten die Leute
Hin und her durch schmutzige Straßen
Der kreißenden Stadt.

Zwischen den Dächern blinder Häuser
Hängt der Bauch des Himmels schwer
Wie eine faulige Frucht.

Die Zeit steht auf dem Kopf und ihre Beine
Schlenkern hilflos im staubgrauen Atem
Höhnender Winde.

Das Antlitz der Welt wird geschminkt
Mit Bergen aus klebrigem Müll. Das Fundament
Ist auf Leichen gebaut.

Weiß nicht länger mein Ziel, weiß nicht
Die Zeichen zu deuten im Traum,
Der mich gierig verschlingt.

Ein kosmisches Gefühl

Sonntag, August 30th, 2009

Was ich suche und nicht finde,
Findet sich nicht durch Kalkül,
Ist das Sprengen meiner Rinde
Für ein kosmisches Gefühl:
Außerhalb der Körperhülle,
Wo nicht Zeit ist und nicht Raum,
Einzig die totale Stille
Und ein schwarzes Loch als Traum.

Die Wahrheit ist…

Samstag, August 29th, 2009

Morgens stieg ich auf den Hügel,
Unter mir das weite Land,
Neben mir, entblößt, ein Spiegel,
Wo zuvor ein Kreuz wohl stand.
Dachte an ein Gipfel-Feuer;
Als ich in den Spiegel schaute,
Traf mein Blick ein Ungeheuer,
Bös und häßlich, daß mir graute.
Bin ins Tal hinab gestiegen,
Hab dort wie bisher gelebt,
Unter Menschen, wo mit Lügen
Jeder Spiegel wird verklebt.

Seelen

Sonntag, August 23rd, 2009

Wollt ihr hören, was ich sah,
Soll ich es erzählen?
Nicht im schwarzen Afrika,
Nein, in euren Seelen
Hab ich weit umhergeblickt.

Manche waren angeräumt,
Platz gab´s nicht zum Stehen.
Welten schafft, wer Welten träumt,
Blinde lernen sehen,
Wenn die Uhr im Herzschlag tickt.

Manche waren grau und kahl
Wie Gefängniszellen,
Wo die Türen sind aus Stahl.
Fertig zum Zerschellen,
Ist der Mensch, der sich nur bückt.

Eine aber war wie Licht,
Nah zugleich und ferne.
In ihr reines Angesicht,
Heller noch als Sterne,
Schaute ich zutiefst beglückt.

Der Garten *

Samstag, August 22nd, 2009

Manche suchen lebenslang nach Sinn,
Gehn dafür auf endlos lange Fahrten,
Manche strampeln einzig nach Gewinn,
Machen sich und andre zu Genarrten,
Während ich meist schon zufrieden bin,
Wenn ich weilen kann in meinem Garten:
Blumen, Sträucher und auch ein paar Bäume,
Vögel, Frösche, Käfer, Schmetterlinge
Schaffen mir ein kleines Reich der Träume,
Sind für mich des Lebens wahre Dinge

*für Gerda

Die weiße Straße

Mittwoch, August 19th, 2009

Ja, wenn wer sagt, du bist nicht mehr zu retten,
Dann laß solch Worte ruhig weiterziehn.
Vor dir liegt eine Straße Kokain,
Auf der sich alle Hürden haltlos glätten.

Da kannst du deine Seele drauf verwetten.
Da fährst du schneller ab als mit Benzin.
Da hellt sich auf das Dunkel in den Städten,
Weil die Gedanken wie Komenten glühn.

Das Leben ist ein Tier in Eisenketten,
Und Zeit brennt schneller als ein Zeppelin.
Horch, von den Dächern kräht der Muezzin,
Und voll verstopft sind ringsum die Toiletten.

2.Fassung