Die Zeit
Dienstag, Juli 8th, 2008Und wieder kippt ein Tag ins Dunkel,
Nachdem die Stunden rasch wie Sand
Im Sturm verweht sind. Rot wie ein Furunkel
Entzündet sich die Zeit und fault zum Rand.
Und wieder kippt ein Tag ins Dunkel,
Nachdem die Stunden rasch wie Sand
Im Sturm verweht sind. Rot wie ein Furunkel
Entzündet sich die Zeit und fault zum Rand.
Wie lautet denn die Diagnose:
Der Mann ist sicher schizophren.
Er trägt ein Hemd und keine Hose,
Und sagt auch noch, das sei bequem.
He Alter, nur nicht stehenbleiben.
Das ist tabu in unsrer Zeit.
Getrieben werden oder treiben,
Ergibt erst Sinn, und Sinn befreit.
Du sagst, das Leben ist nicht fair.
Ich sage dir, auch anderswo
Ist alles dümmlich und vulgär,
Wie Scheiße, frisch am Klo.
Draußen lärmt die Müllabfuhr.
Hier im Zimmer herrscht das Schweigen.
Nur das Ticken einer Uhr
Und Gedanken, die sich neigen.
Gestern in der Straßenbahn,
Da kam ein Kontrollor.
Er schnupperte an meiner Scham,
Ich zog ihn hoch am Ohr.
Und ließ dann einen fahren.
Du bist der größte, bist der Beste,
Du bist tatsächlich ein Genie.
Und stirbst du, werden deine Reste
Gezeigt in einer Gallerie,
Als Sondermüll vielleicht.
Statt der Beine hab ich Räder
Und die rollen schnell.
Beim Überholen schreit ein jeder:
Das ist ja kriminell.
Und hundsgemein dazu.
Immer wieder kommt ein Traum,
Den ich nicht begreife.
Bin in einem leeren Raum
Nackt, doch voll mit Seife.
Wer klagt die Staatsanwälte an?
Wer stellt die Richter vor Gericht?
Das göttliche Justizgespann
Benötigt wen, der es zerbricht!