Streß
Donnerstag, Juli 10th, 2008Kannst den Streß nicht mehr ertragen,
Du, dann nimm doch Valium.
So ersparst du dir das Klagen
Und bleibst, was du bist, schlicht dumm.
Kannst den Streß nicht mehr ertragen,
Du, dann nimm doch Valium.
So ersparst du dir das Klagen
Und bleibst, was du bist, schlicht dumm.
Steh ich morgens früh vorm Spiegel,
Seh ich wen, den kenn ich nicht;
Die Gedanken sperrt ein Riegel,
Und ein Fremder hält Gericht.
Lacht mir schallend ins Gesicht.
Verse möcht´ ich immer machen,
Bis ans Ende meiner Zeit.
Verse, die wie Donner krachen
Verse, still, wie wenn es schneit.
Vor mir der Schotterteich, darüber strahlt
Die Sonne gnadenlos, ich lieg im Schatten
Der Sträucher oder schwimme unverschalt,
Indes den Fischen röten die Krawatten.
In Burgen, umgeben von hohen Zäunen,
Dort feiern die Reichen, bis alles kracht.
Die Welt, wie sie ist, ist einzig zum Weinen.
Die Welt dreht sich schneller vom Tag in die Nacht.
Und wir gehn dahin auf knieweichen Beinen.
Vorbei die Zeit der Kriecherei,
Vorbei das Bitten, Betteln, Bücken;
Was sonst noch ist mir einerlei.
Ihr dürft euch selbst die Ärsche ficken.
Ich kenne einen Arzt, der unbelastet ist
Von jeglich Fähigkeit, von Können sowieso,
Der deshalb ständig Würste frißt
Und häufig onaniert am Klo,
Trotzdem ihm fehlt die Libido.
Nur seine Häßlichkeit, die ist extrem.
Das sag ich ohne jeden Zwang
Mein lieber Doktor, kurz und lang.
Wie die Jäger nach der Beute
Jagen Menschen nach dem Glück:
Einsam oder mit der Meute,
Vorwärts für den Augenblick,
Der im Sein schon ist vorbei.
Ich renne wie ein Irrer auf und ab,
Verflucht, mein Notebook wurde mir gestohlen.
Verzweifelt bin ich voll, fühl mich so schlapp.
Kann bitte wer den Datendoktor holen.
Wichtiger als ein PC,
Glaube mir, mein Freund, sind Träume,
Auch ein sauberes WC
Und vorm Fenster ein paar Bäume.